Die Bauarbeiter warten nur noch auf besseres Wetter, dann kann das nächste Projekt im Rahmen der Uebigauer Stadtsanierung in Angriff genommen werden. Diesmal richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen alten Laubengang — einen der wenigen, die es im Landkreis überhaupt noch gibt. Er befindet sich im Hofbereich des Grundstücks Markt 6. Inhaber Jens Matthäus ist mit dem alten Gemäuer, das nach seinen Informationen vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, überfordert.

Weder hat er das nötige Geld für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden historischen Bauwerks, noch eine vernünftige Verwendung. Vor gut 20 Jahren hat er das ganz früher als Stall, aber inzwischen längst nur noch als Unterstellmöglichkeit genutzte Gebäude im unteren Bereich verputzt, "um es vor dem Zusammenbrechen zu schützen", wie er sagt. Ansonsten wurde seit Jahren keine Hand mehr angelegt.

Das soll nun geschehen. Die Ordnungs- und Sicherungsmaßnahme, wie das Vorhaben auf Verwaltungsdeutsch heißt, wird zu 100 Prozent gefördert. "Nur deshalb ist es uns möglich, aktiv zu werden", sagt die städtische Bauamtsleiterin Angela Reiniger. Dennoch: Ganz kostenlos ist das Projekt für die Stadt nicht zu haben. "Ein 20-prozentiger Eigenanteil ist fällig. So, wie bei jeder anderen privaten Maßnahme im Zuge der Stadtsanierung auch", macht sie deutlich, dass dem Eigentümer nichts geschenkt wird, was andere Bauherren bei ihren Vorhaben nicht auch bekommen hätten.

Gerechnet wird aktuell mit 180 000 Euro Gesamtkosten für die Sicherung der Bausubstanz. Zu Buche schlagen dabei in erster Linie Gerüstbauarbeiten, Mauerwerksarbeiten, Austausch von maroden Hölzern im Fachwerk- und Dachbereich, weitere Dacharbeiten und die archäologische Begleitung. "Eine große Summe für eine an sich kleine Maßnahme. Aber sie zeigt, wie akut der Handlungsbedarf ist", verdeutlicht die Bauamtschefin. Bis zum Sommer sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Sie sorgen dafür, berichtet Angela Reiniger weiter, dass das Haus mit dem Laubengang für die nächsten 25 Jahre nicht angetastet werden darf — es sei denn, um es weiter aufzuwerten und vielleicht nutzbar zu machen. "Der Eigentümer ist die Verpflichtung eingegangen, es zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Natürlich nicht 365 Tage im Jahr, aber zu bestimmten Anlässen werden wir das einfordern", kündigt die Bau-Fachfrau an.

Zum Thema:
Die Stadtsanierung in Uebigau wird schon seit vielen Jahren vorangetrieben. Fast alle Straßen in der historischen Innenstadt, der Marktplatz und viele Gebäude wurden saniert und nach altem Vorbild hübsch gemacht. Jedes einzelne Bauvorhaben erhält in diesem Rahmen Fördermittel vom Bund und vom Land, aber auch städtische Mittel müssen in jedem Fall dafür ausgegeben werden. Das förderfähige Gebiet ist genau definiert und unterliegt zuvor festgelegten Sanierungsgrundsätzen.