Brandenburgliga, Frauen. Zunächst standen sich die beiden Schlusslichter SG Einheit Zepernick und HSV Cottbus gegenüber. Für beide Teams geht es um den Ligaerhalt. In einem heiß umkämpften Spiel ging es über die volle Distanz, aus der Cottbus als Sieger hervorging.

Auch die zweite Partie war an Spannung kaum zu übertreffen. Um 13.40 Uhr ging es für das Herzberger Team um Coach Helge Lehmann endlich los. Die jungen Spielerinnen aus Zepernick hatten zwar gerade unglücklich wichtige Punkte für den Ligaerhalt liegen gelassen, ließen sich jedoch weder davon noch von den rund 50 lautstark trommelnden Herzberger Fans beeindrucken. In der Anfangsphase konnte sich kein Team besonders absetzten. Erst in der Schlussphase wurde Herzberg zu unsicher im Abschluss und bot der SGE den Satzgewinn an, welche diese auch dankend nutzte. VCH-Spielkapitänin Jessika Horlemann setzte die gegnerische Annahme durch gute Aufschläge unter Druck und der Aufbau gelang zunehmend. Doch am Ende schwächelten die Herzdamen erneut. Trotz der 23:21-Führung ließen Kraft und Siegeswille plötzlich nach und die Netzspieler agierten viel zu vorsichtig - 26:24 für Zepernick.

Herzdamen unter Zugzwang

Auf einmal standen die Herzbergerinnen mit dem Rücken zur Wand. In der Satzpause angefeuert von Kapitänin Carolin Lienau hieß es nun "wollen und können statt müssen". Die Freude am eigenen Spiel sollte wieder her. Erneut schenkten sich beide Teams nichts und waren bis zum 18:18 spielerisch auf einer Ebene. Und dann war Zepernick mutiger, spielte sich wichtige Punkte heraus und führte schon 24:22. Auszeit auf Herzberger Seite. Der Satzball konnte abgewehrt werden und da platzte der Knoten. Gefährliche Aufschläge ließen bei Zepernick keinen geordneten Aufbau mehr zu, sodass es zu einer Dankeball-Situation für die Herzdamen kam, welchen Melanie Rau mit einem platzierten Angriff beendete und Herzberg mit 26:24 jubeln ließ.

In Abschnitt vier war die eigene innerliche Ruhe zwar noch nicht zu spüren, aber trotzdem kämpfte der Elsterstadtsechser zunehmend um die Bälle. Libera Anja Gemeinhardt ordnete die Defensive und trieb das Team an. Beim 22:23 ging die an diesem Tag aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrte Yvonne Gottschalk zum Aufschlag und gab dann den Auftakt zum Satzgewinn.

Nachdem das Spiel nun so gedreht wurde, sollte auch der Sieg her. Wieder starteten die Herzdamen gut in die Partie, zwangen den Trainer von Zepernick zu frühen Auszeiten (3:0; 9:6) und beendeten das Kräftemessen durch eine erneute Aufschlagsserie mit 15:7. Nach zwei Stunden und acht Minuten belohnten sich die Damen von der Schwarzen Elster damit selbst und sicherten sich zwei Punkte für das Konto.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es zu fortgeschrittener Zeit um 16.38 Uhr gegen den HSV Cottbus ans Netz. Ein Muster schien sich herauszukristallisieren, die Herzdamen kamen nicht in den eigenen Rhythmus. Das Publikum sah lange Ballwechsel mit guten Abwehraktionen auf beiden Seiten, bei dem der VCH meist das Nachsehen hatte. Der erste Satz ging mit 25:22 nach Cottbus und war mit 28 Minuten der längste Durchgang des Tages.

Es sah schon fast nach einer Wiederholung des Spieles davor aus. Trainer Helge Lehmann war gezwungen, schon beim 8:13 eine frühe Auszeit zu nehmen und seine Schützlinge daran zu erinnern, ruhiger und klarer zu spielen. Die mutige Aufschlagsserie von Christin Zielke kam zur richtigen Zeit. Herzberg ging in Führung und ließ sich diesen Satzgewinn nicht mehr nehmen.

Alte Hasen geben den Takt vor

Nun setzten sich Ruhe und Erfahrung durch. Insbesondere als die Kräfte schwanden, waren die sichere Ausstrahlung von Jessika Horlemann und Anja Gemeinhardt noch einmal wichtig. Mit gutem Kombinationsspiel setzte Carolin Lienau ihre Angreifer zunehmend in Szene. Youngster Josephine Kleinert und Mittelblockerin Kathleen Ulrich brachten ihre Angriffe immer öfter im gegnerischen Feld unter, sodass die Sätze drei und vier klar in Herzberg blieben. Das Publikum war wieder einmal gut drauf und hatte einen entscheidenden Anteil am Sieg der Frauen.

Mit der Ausbeute von fünf Zählern klettert der 1. VCH auf den Platz drei zurück und hat nun ein Dreipunktepolster auf die Verfolger SC Potsdam II und Erkner II, welche allerdings zwei Spiele mehr absolviert haben. In zwei Wochen steht bereits das letzte Heimspiel der Saison an und schon jetzt rufen die Herzdamen dankbar auf: "Seid wieder dabei und unterstützt uns!"

Für den VCH am Ball: Carolin Lienau, Melanie Rau, Jessika Horlemann, Lisa Teuber, Anja Gemeinhardt, Christin Zielke, Pauline Kühnberg, Florentine Kühnberg, Josefine Kleinert, Julia Frömter, Kathleen Ulrich, Josefin Wenzel und Yvonne Gottschalk.