Für die Doberlug-Kichhainer Künstlerin Catrin Große ist der Ort der ,,Landna(h)me ein Heimspiel. Ihr Wohnhaus und Atelier auf dem Doberluger Schlossgelände, unweit vom ,,Rautenstock" entfernt, stehen dort, wo im nächsten Jahr zur Landesausstellung Preußen Sachsen küssen möchte. Sehr direkt und zum Teil provokativ setzen sich ihre in der Ausstellung präsentierten Arbeiten mit dem Thema auseinander.

Mit ganz verschiedenen Techniken wie Bronzeskulptur, Malerei und minimalistischer Objektgestaltung nähert sich Catrin Große von verschiedenen Seiten her der ,,Landna(h)me". Da gibt es die leidgeprüften, der heimischen Scholle verbundenen betenden Frauen und das Pachtland für die ,,Landnahme" nach dem Tod. Der vorauseilenden Euphorie der Landesausstellung ,,Wo Preußen Sachsen küsst" stellt sie die Hassliebe zwischen den Ländern als fickenden Hühnchen im deutschen Hühnerstall dar. Nachdenken über Sinn und Unsinn persönlicher wie politischer Entscheidungen will Große anregen wie auch über die Landna(h)me durch Armeen auf ihrem Laserdruck ,,Rum und Ere".

Die Blicke der Besucher dürften aber vor allem auf der Messingbronzeskulptur ,,Offene Grenze" verweilen. Eine anmutige Tänzerin bewegt sich mit Leichtigkeit und gleichzeitig kraftvoll-dynamischem Gestus im Raum, scheint selbstvergessen Land einzunehmen, Grenzen in Frage zu stellen. Der Tanz als Metapher für Grenzüberschreitung, Landna(h)me im positiven Sinn. Tanzend können die Menschen aufeinander zugehen. Diese den Raum dominierende Skulptur von Catrin Große kann Mut machen.