"Am Mittwoch hat die Polizei mit einem Beschluss des Amtsgerichtes Cottbus eine Wohnungsdurchsuchung in Forst vorgenommen", sagt Polizeisprecher Berndt Fleischer. Dabei sind die Beamten offenbar fündig geworden. Fleischer: "Es wurden Dinge sichergestellt, die den Tatverdacht erhärten." Bei einem 20-jährigen Forster seien in der Wohnung "Polen-Böller" und Metallteile entdeckt worden, die dazu dienen könnten, entsprechende Sprengkörper zu basteln. Was in der vergangenen Silvesternacht im Stadtzentrum passierte, hatte viele Forster erschreckt. Mit einem enormen Knall zerbarsten 64 Ornamentscheiben an der Eingangstür der Kirche. Gegenstände flogen in dem Vorraum durch die Luft. Wie Zeugen später berichteten, hatten sich Metallteile mit Wucht in die Decke des Raumes gebohrt. Von erstaunlicher krimineller Energie sprach später die Polizei, denn alles deutete darauf hin, dass in der Nacht eine selbst gebastelte Rohrbombe geworfen wurde. Das hatten Kriminaltechniker bestätigt. Einig waren sich nach der Tat alle, dass es ein großes Glück war, dass sich bei der Explosion niemand in der Kirche aufhielt. Jetzt könnte die Tat aufgeklärt werden. Laut Berndt Fleischer würde in diesen Tagen mit der Befragung des Verdächtigen begonnen. "Wir müssen jetzt noch die genauen Zusammenhänge klären", so der Polizeisprecher. Denn es sei auch möglich, dass der Sprengkörperbauer nicht der Werfer des Sprengsatzes war.Denn Zeugen hatten der Polizei offenbar bestätigt, dass in der Nacht eine Gruppe von acht bis zehn Personen durch die Innenstadt gezogen war. In den Tagen um Silvester waren auch zahlreiche Briefkästen an privaten Häusern und der Postkasten der VR Bank in Forst zerstört worden. Laut Berndt Fleischer erfolgte im Zusammenhang mit der Explosion in der Stadtkirche eine Anzeige wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion nach Paragraf 308 Strafgesetzbuch. Für die Täter könnte das empfindliche Strafen bedeuten. Im Gesetz heißt es: (1) Wer anders als durch Freisetzen von Kernenergie, namentlich durch Sprengstoff, eine Explosion herbeiführt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. (4) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen. (5) Wer in den Fällen des Absatzes 1 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.