Medikamente, die nicht von einem Arzt verordnet wurden, lassen sich nicht von der Einkommenssteuer absetzen. Dazu gehören auch alle in Privatinitiative "prophylaktisch" gekauften Präparate, die beispielsweise gegen Schmerzen, Erkältung oder Husten in der Hausapotheke bereitstehen.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat dies in einem Urteil erklärt (Az. 5 K 2157/12). Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, akzeptiert das 2011 in Kraft getretene Steuervereinfachungsgesetz nur noch "zwangsläufige" medikamentöse Anwendungen in Krankheitsfällen. Dafür wird ausnahmslos einen Nachweis per Verordnung vom Arzt oder Heilpraktiker verlangt.

Dagegen wehrte sich ein Ehepaar, das für seine im Jahr 2011 abgegebene, aber für das Vorjahr geltende Einkommenssteuer, als "außergewöhnliche Belastung" über 1400 Euro geltend gemacht hatte. Im Wesentlichen hatte das Paar zur Vorbeugung den heimischen Medikamentenschrank mit Schmerz-, Erkältungs- und Grippemitteln gefüllt. Dafür wollte der Fiskus ihnen aber keine finanzielle Entlastung gewähren.

Diese Entscheidung bestätigten nun die Richter in Neustadt an der Weinstraße. Denn obwohl all diese Mittel in der Regel sicherlich notwendig sein mögen und eine Bevorratung damit immer wieder von den Krankenkassen und medizinischen Ratgebern dringend empfohlen wird - insbesondere bei den winterlichen Grippewellen, dürfen sie seit der Gesundheitsreform nicht mehr von den Ärzten verschrieben werden. Wobei laut Urteilsspruch sogar die rückwirkende Geltendmachung der erst 2011 verkündeten Vorschrift auf das Steuerjahr zuvor unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden sei. "Diese Vorgehensweise entspricht nur einer bereits länger gefestigten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes und wurde jetzt lediglich in eine entsprechende gesetzliche Form gebracht", erklärt Rechtsanwalt Alexander P. Taubitz.