Einen Tag nach dem Massaker an acht jungen Frauen und zwei Männern teilte die Polizei gestern mit, dass der 22-jährige Matti Juhani Saari eine entsprechende „Hassbotschaft“ in seinem Studentenzimmer in der Kleinstadt hinterlassen hat.

In Finnland herrschte am Tag nach dem zweiten Schulmassaker innerhalb eines Jahres Trauer um die Opfer und Fassungslosigkeit über die Polizei. Sie hatte unmittelbar vor dem Amoklauf mehrere Warnungen erhalten und dem Täter trotzdem weder seine Pistole vom Typ Walther P22 noch den Waffenschein abgenommen. Saari hatte Gewaltvideos im Internet veröffentlicht. Nach einem Polizeiverhör dazu stellte er am Abend vor der Tat ein neues Video ins Netz.

Saari hatte gezielt ihm bekannte Mitschülerinnen und Mitschüler aus der eigenen Klasse und aus seinem Jahrgang an der Berufsschule getötet, ehe er sich selbst erschoss. Er mordete nicht nur durch Schüsse, sondern auch durch Brandstiftung.

Mitschüler schilderten den Amokläufer übereinstimmend als still, wenig auffällig und generell „völlig normal“. Sein Schuldirektor Tapio Varmola sagte: „Er hat ein Doppelleben gelebt. Wir haben von der anderen Hälfte nichts geahnt.“ Ministerpräsident Matti Vanhanen kündigte beim Besuch am Tatort eine Verschärfung der liberalen finnischen Waffengesetze an. dpa/bw