Alle zwei Jahre hat Vetschau die Gebühren für Straßenreinigung und Winterwartung neu zu kalkulieren. Absehbar sind für 2012 und 2013 teils erheblich höhere Kosten. Der Kalkulation zugrunde gelegt wurden die Kosten aus den Jahren 2008 bis 2010.

Folglich schlagen die heftigen Winter 2009 und 2010 ebenso heftig zu Buche. Sollten die Stadtverordneten den Empfehlungen des Hauptausschusses folgen, würden sich ab 2012 die Gebühren für Straßenreinigung verdreifachen. Wird eine Straße alle vier Wochen gereinigt, sind statt bisher 19 Cent pro Meter Grundstücksseite 57 Cent zu zahlen. Bei einer achtwöchentlichen Reinigung wären es pro Jahr 33 Cent, nach Erfordernis 24 Cent.

Ein finanzieller Mehraufwand in den vergangenen Jahren wird mit der neuen Kalkulation auch bei der Winterwartung sichtbar: Waren bislang 1,31 Euro pro Meter Grundstücksseite zu entrichten, so wären es nach dem Willen des Hauptausschusses bis zum Jahr 2013 1,99 Euro. Am 1. Dezember beraten dazu die Stadtverordneten.

Der Winter steht schon fast vor der Tür. Bei Schnee sind die Gehwege auf einer Breite von 1,59 Meter zu räumen beziehungsweise abzustumpfen. Schnee, der zwischen 7 und 20 Uhr fällt, ist „unverzüglich nach Beendigung des Schneefalls“ zu beseitigen. Fällt Schnee nach 20 Uhr, muss der bis 7 Uhr geräumt sein, sonn- und feiertags bis 9 Uhr. Wer das ignoriert, muss mit Geldbußen von bis zu 1000 Euro rechnen. Als „realitätsfern“ bezeichnete das eine Vetschauerin. Nicht jeder Werktätige habe rüstige Großeltern, die den Winterdienst vor dem Grundstück übernehmen könnten, noch dazu, wenn der Winterdienst den Schnee wieder auf den Gehweg oder die Einfahrt schiebe. Irena Roggatz vom Fachbereich Bau klärte auf: „Wer nicht schuldhaft handelt, muss kein Bußgeld fürchten.“

Ulrich Lagemann (WGO) weiß, dass mitunter ganze Nebenstraßen zugeschoben werden. Ronald Hauck (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) mahnte Winterdienst auf dem Radweg Vetschau-Suschow und an der Bushaltestelle vor der Grundschule an.