Wie das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung gestern in Rostock berichtete, sind diese Handys unter anderem mit Bewegungssensoren ausgestattet, die ihre körperliche Aktivität erfassen. Das in Rostock entwickelte System könne Bewegungsmuster erkennen und beispielsweise "Ruhe", "Laufen", "Hüpfen" oder "Rad fahren" sehr zuverlässig unterscheiden.
Messe der Sensor über einen längeren Zeitraum am Tag keine oder zu wenig körperliche Aktivität, werde der Handyträger darauf aufmerksam gemacht, sagte Gerald Bieber vom Fraunhofer-Institut. Umgekehrt bekäme der Proband eine Art digitales Geschenk, wenn er besonders aktiv war. Die Kinder und Jugendlichen erhielten so regelmäßig eine Rückmeldung zu ihrem Verhalten und könnten ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise schärfen.
Auch sei der Wettbewerb unter den Kindern möglich, es werde regelmäßig eine Tabelle über die gemessenen körperlichen Aktivitäten erstellt. Die Handys würden nach dem durchschnittlich vierwöchigen Klinikaufenthalt daheim weiter genutzt. Das System sei noch nicht im Handel erhältlich.
An einer im Mai gestarteten Studie der Medigreif-Inselklinik Heringsdorf und des Fraunhofer-Instituts sollen 80 bis 120 übergewichtige Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren teilnehmen. Erste Ergebnisse würden im Herbst veröffentlicht, sagte Bieber. Es zeichne sich aber bereits ab, dass die Probanden sich weniger bewegen und mehr essen als sie selbst glauben. Die Essenskontrolle erfolge über die in den Handys integrierten Kameras, die Aufnahmen würden von Ernährungsberatern gemeinsam mit den Jugendlichen ausgewertet.
"Ihnen geht es sehr gut damit, sie sind überwiegend hochmotiviert", betonte Bieber. Die Handys könnten natürlich auch ausgeschaltet werden. (dpa/ig)