"In diesem Jahr werden fünf polnische Unternehmen auf der Handwerker-Messe ausstellen. Zwei von ihnen sind schon seit Längerem dabei. Drei weitere polnische Firmen, die bislang auf der Bau-Messe vertreten waren, konnten wir nun für die Handwerkerausstellung gewinnen", freut sich Yvonne Zenke, Projektleiterin des Cottbuser Messemachers CMT.

Der CMT geht es nicht nur darum, den deutschen Messebesuchern, polnisches Handwerk und Kunstgewerbe näher zu bringen. Gezielt wird die Handwerkermesse auch in lokalen Medien jenseits der Neiße beworben, um das Interesse in der Nachbarregion zu wecken. "Wir zählen die Besucher, die aus Polen kommen, zwar nicht. Aber wir stellen fest, dass wir Jahr für Jahr eine ganze Menge polnischer Besucher begrüßen können", sagt Yvonne Zenke.

Stammgast auf der Messe ist auch das Deutsch-Polnische Kooperationsbüro der Sparkassen. Das zweisprachige Beratungsteam mit Sitz in Frankfurt/Oder ist grenzüberschreitend tätig und unterstützt deutsche und polnische Unternehmen, die im Nachbarland Fuß fassen wollen. "Seit unserer Gründung im Jahr 2000 spüren wir auf beiden Seiten ein wachsendes Interesse am Nachbarn", sagt Mario Quast vom Kooperationsbüro. Die Unternehmer suchten zum einen Geschäftspartner auf der jeweils anderen Seite der Grenze, zum anderen ginge es ihnen darum, sich auf dem Markt des Nachbarlandes zu etablieren.

Die Sorge, dass die Öffnung des Marktes im Jahr 2004 dazu führen könnte, dass polnische Firmen ihre deutschen Kollegen mit günstigeren Preisen verdrängen, hat sich laut Mario Quast nicht bewahrheitet. "Wir sehen nicht, dass es auf der deutschen Seite das befürchtete Firmensterben gegeben hat. Es ist nicht zu leugnen, dass polnische Unternehmen und Handwerker nun in Deutschland aktiv sind. Aber umgekehrt ist es genauso. Und Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Quast und beruhigt: "Unsere Unternehmen brauchen keine Angst zu haben, denn ihr gutes Know-how wird von den Kunden nach wie vor geschätzt. Hinzu kommt, dass die polnischen Unternehmen nicht so stark wie befürchtet nach Deutschland drängen, weil der wachsende Markt in ihrem Heimatland für gut gefüllte Auftragsbücher sorgt. Davon profitieren übrigens auch deutsche Firmen, die ihre Leistungen jenseits der Neiße anbieten."

Quast bedauert, dass es unter der Unternehmerschaft nach wie vor Vorbehalte gegenüber der Konkurrenz aus dem Nachbarland gibt, und zwar auf beiden Seiten der Grenze: "Seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011 stehen deutsche und polnische Firmen im Wettbewerb um Arbeitskräfte. Die Polen haben nicht das demografische Problem der Deutschen und es wird nicht immer gerne gesehen, wenn deutsche Unternehmen in Polen um Nachwuchs- und Fachkräfte werben, zum Beispiel für die Gastronomie oder die Pflegebranche."

Das deutsch-polnische Kooperationsbüro setzt auf Austausch und Vernetzung, um aus Konkurrenten Partner werden zu lassen. "Der geöffnete Markt bietet für beide Seiten Chancen. Wir helfen den Unternehmen dabei, diese zu nutzen", betont Mario Quast.

Gerne nutzen er und seine Kollegen die Cottbuser Handwerkerausstellung als Kommunikationsplattform. So wird in diesem Jahr eine 40-köpfige Delegation aus Niederschlesien auf der Handwerkermesse zu Gast sein. Neben zehn Kommunalpolitikern und Handwerkern aus der Region Glogau (Glogów) werden auch 30 Studenten der dortigen Universität die Handwerkermesse am kommenden Wochenende besuchen, um sich über den Markt und Berufschancen in Brandenburg zu informieren und Kontakt zur hiesigen Handwerkerschaft aufzunehmen.

Öffnungszeiten der Messe:

Die Handwerker-Schau ist Samstag und Sonntag geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 5 Euro. Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre) zahlen 1,50 Euro. Informationen im Internet: www.handwerkerausstellung.de