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Handwerk boomt, Preise steigen

Cottbus. Dem südbrandenburgischen Handwerk geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Cottbus (HWK), offenbart große Zufriedenheit. Angelika Brinkop

. Gut gefüllte Auftragsbücher sorgen dafür, dass sich Kunden gedulden müssen. Von jetzt auf gleich, ist kaum noch ein Handwerker zu bekommen.

In den meisten Branchen, allen voran im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe herrscht auch Optimismus für die Zukunft. Dennoch stehen die Firmen vor einigen Herausforderungen. Dazu zählen der Strukturwandel in der Lausitz, insbesondere die Veränderungen im Energiesektor.

Die Unternehmen müssen sich nach Ansicht der HWK auf Kostensteigerungen bei Energie, Personal und Material einstellen. Das bedeutet auch höhere Kosten für die Auftraggeber. Davon profitieren auch die Mitarbeiter der Handwerksfirmen. "Gute Mitarbeiter sind gefragt, darum müssen die Firmen auch mit entsprechenden Löhnen Anreize schaffen", so HWK-Geschäftsführer Knut Deutscher.

96 Prozent der Handwerksbetriebe sind mit ihrer aktuellen Situation zufrieden, 65 Prozent schätzen ihre Lage als gut ein. Eine 100prozentige Zufriedenheit wird unter anderem im Ausbauhandwerk erreicht. Auch die Werte im Kfz-Gewerbe sind im Vergleich zum Vorjahr nach oben gegangen. Das betrifft allerdings nur die Werkstätten und nicht den Autohandel.

Knapp neun Wochen Auftragsvorlauf sind mittlerweile der Durchschnitt im Handwerk, im Baugewerbe und bei Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern sind die Vorläufe und damit die Wartezeiten für Kunden noch länger. Die gute Stimmung führe auch dazu, dass die Unternehmen gleichbleibend viel investieren, der überwiegende Teil seien Ersatzinvestitionen, die mit modernerer Technik und höherer Energieeffizienz verbunden sind. Jeder fünfte Unternehmer gab mehr Geld für Investitionen aus als im Vorjahr.

Angespannt bleibt nach wie vor die Situation auf dem Fachkräftemarkt. Zwölf Prozent der Unternehmen konnten ihr Personal aufstocken, doch jedes dritte Unternehmen sucht Mitarbeiter.

Trotz steigender Zahl der Ausbildungsverträge und mehr Interesse von Schülern an Gymnasien und Oberstufenzentren für das Handwerk gibt es noch zu viele freie Ausbildungsstellen.

Das Südbrandenburger Handwerk kommt auch an der Digitalisierung der Wirtschaft nicht vorbei. Die Handwerkskammer will den Firmen auf diesem Gebiet weiter beratend zur Seite stehen. Darum wurde das Konzept e-Handwerk entwickelt. Am 14. November ist der offizielle Startschuss für das neue Digitalzentrum für das Bauhauptgewerbe, das Ausbaugewerbe und den gewerblichen Bedarf.