"Der Meisterbrief ist ein Qualitätssiegel, welches für Beschäftigung und Ausbildung im Handwerk auf hohem Niveau steht", unterstrich Kammerpräsident Peter Dreißig auf der Festveranstaltung in der Cottbuser Stadthalle. "Wer den Meister abschafft, der schwächt unser Land. Dagegen müssen und dagegen werden wir uns wehren", sagte er mit Blick auf entsprechende Bestrebungen einiger EU-Kommissare. Peter Dreißig verwies darauf, dass zur Handwerkskammer Cottbus 10 350 eingetragene Unternehmen mit 40 000 Mitarbeitern und 2000 Auszubildenden zählten.

Den 154 Jungmeistern des Jahrgangs 2013 attestierte Peter Dreißig, mit den bestandenen Prüfungen das Vorhandensein von Wissen, Können und Wollen gezeigt zu haben. Er würdigte auch die Anstrengungen der zehn Absolventen der Aufstiegsfortbildung zum Betriebswirt (HWK).

Besonderen Dank zollte der Präsident den 81 Meistern, die ihre Qualifikation noch in einem anderen System unter ungleich schwierigeren Bedingungen erworben, nach der Wende die Ärmel hochgekrempelt und zumeist den Sprung zum Unternehmer unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gewagt hätten.

Neben der Überreichung der frischen und silbernen Meisterbriefe wurden die 14 jahrgangsbesten Jungmeister der verschiedenen Gewerke geehrt. Bei den 18 Malern und Lackierern hatte sich die Cottbuserin Stefanie Menner durchgesetzt, die einzige Frau dieses Jahrgangs.

"Ich wollte schon immer körperlich arbeiten, ein Beruf im Büro hinter dem Schreibtisch hat mich noch nie interessiert", erzählte die 23-Jährige nach der Preisverleihung. "Dass es mich zum Handwerk zog, liegt auch in der Familie, mein Vater ist Schornsteinfegermeister."

Als große Ausnahme im Maler- und Lackiererhandwerk sieht sich Stefanie Menner nicht. "Es gibt schon zwei Meisterinnen hier in der Region. Und Frauen auf dem Bau sind schon längst keine Seltenheit mehr, wofür auch das gute Klima auf den Baustellen spricht." Auf eine Spezialisierung hat sich die Jungmeisterin noch nicht festgelegt. "Mir macht alles Spaß, was beim Malern und Tapezieren anliegt." Ihre berufliche Heimat bleibt weiter die Firma "Brillant" in Peitz. Der Schritt in die Selbstständigkeit bleibt für Stefanie Menner eine Zukunftsoption.