"Der alte Brühl würde hier unten vor Freude in der Gruft rotieren, wenn er das sehen könnte", sagt Jürgen Goldschmidt (FDP). Dem Forster Bürgermeister ist die Erleichterung anzusehen, als sich am Mittwochmorgen um neun Uhr der Markt mit Forstern füllt. So haben sich die Planer das vorgestellt: Hunderte spazieren durch die Reihen der Händler. Regionale Produkte werden feil geboten, die Cottbuser Blaskapelle naUnd trötet den Dixieland-Gassenhauer Ice Cream durch die Posaune und auf einigen Forster Gesichtern zeichnet sich vorsichtige Zufriedenheit ab. Peter Klemm steht am Rande des Marktes und sagt: "Jetzt ist endlich mal Leben am Markt. Das muss sich nur rumsprechen, dass hier regelmäßig was los ist." Er gibt dem Markttreiben Chancen für die Zukunft und findet: "Es muss auch mal Schluss sein mit dem Gemotze." Im Vorfeld hatte es herbe Kritik an Standort, Umzugestermin und fehlenden WCs gegeben. Auch bei einem Händlern Optimismus: Erhard Greiner verkauft Blumen am Stand der Gärtnerei Engwicht. "Das ist doch gut hier - besser als der alte Platz", erklärt er. Das Geschäft laufe ordentlich. Anders als beim Probelauf am Montag haben die Stände das Rund um die Kirche gute gefüllt. Jörg Spata sitzt an einer Töpferscheibe. Unter seinen Händen rotiert eine braune Masse. Spata ist Cottbuser Keramiker und Betreuer der Lebenshilfe-Werkstatt. Die Stücke die er verkauft, haben Behinderte unter seiner Leitung angefertigt. Er findet den Markt gut, sagt er. In einer Kooperation mit einem Standnachbarn will er auch künftig Produkte aus der Werkstatt in Forst verkaufen. Ein Mädchen bestaunt die Vase, die inzwischen unter Spatas Händen aus der Tonmasse entstanden ist."Man muss das alles im Zusammenhang sehen", sagt Jürgen Goldschmidt. Mit der Begrünung der Ostseite und Bebauung der Südseite werde das Zentrum einen geschlosseneren Eindruck machen. Und es gebe Ideen, damit der Platz iinsgesamt ein Anziehungspunkt werde, sagt der Bürgermeister. Er verweist auf die Baupläne in der Kirche (die RUNDSCHAU berichtete). Dann könnte die vom Bürgermeister heraufbeschworene Rotation des Grafen von Brühl sogar noch Realität werden. Eine geplante Baumaßnahme der Kirche: Sicherung der Brühlschen Gruft. Jan Selmons