Das Reiseziel der hübschen Frau mit den langen blonden Haaren liegt 120 Kilometer über den Wolken. Die 31-jährige Diplomkauffrau, will ins All fliegen als erste deutsche Weltraumtouristin.
Schon als Kind wollte Rohde zu den Sternen fliegen. "Die Vorstellung von unendlichen Weiten, das war für mich der Inbegriff von Freiheit und Abenteuer, Astronautin der absolute Traumberuf", erzählt sie. Doch anstatt nach dem Abitur in einen Raumanzug zu steigen, erfüllte sie den Wunsch der Eltern und studierte Betriebswirtschaftslehre. Als einziges Kind sollte sie einmal den mittelständischen Familienbetrieb übernehmen.
"Ich hatte gelesen, dass ab dem Jahr 2050 auch Privatpersonen in den Weltraum fliegen können", erzählt sie. "Da habe ich gedacht: Toll, dann kann ich das wenigstens als zahnlose Oma erleben." Ihr Traum sollte aber viel früher in greifbare Nähe rücken. Auf einer Safari in Afrika. Im Jahr 2005 lief sie jemandem in die Arme, der noch viel weltraumverrückter ist als sie selbst: Sir Richard Branson, britischer Milliardär und Boss von "Virgin Galac-tic", einem Unternehmen, das von 2009 an ganz normale Touristen mit dem Raumschiff "SpaceShipTwo" ins Weltall schießen will. Branson habe für sie einen Platz reserviert. "Als er mir sagte, dass das Ganze 200 000 Dollar kostet, musste ich erstmal schlucken." Sie habe all ihre Notreserven zusammengekratzt, dazu noch einen Kredit aufgenommen und das Geld überwiesen, erzählt sie. Damit gehörte sie zu den "Foundern", den ersten 100 Kunden von "Virgin Galactic", zu denen auch Prominente wie Brad Pitt, Angelina Jolie, John Travolta und der Wissenschaftler Stephen Hawking zählen sollen. Wenn alles klappt, sind sie die ersten, die 2009 - jeweils zu sechst - ins Weltall fliegen werden. Für eine Viertelstunde.