Wegen der zum Teil zeitlich lange zurückliegenden Taten und der langen Dauer der Ermittlungen gelten fünf Monate der jetzt verhängten Gesamtstrafe als verbüßt. Bestehen bleibt das bereits 2010 ausgesprochene dreijährige Berufsverbot sowie der auf die gleiche Zeit begrenzte Entzug des Führerscheins.

Angesichts der Vielzahl der Straftaten, die in den beiden Prozessen zur Sprache kamen und dem damit verursachten hohen sechsstelligen materiellen Schaden sprach das Landgericht in der Urteilsbegründung von hoher krimineller Energie, mit der der Ex-Anwalt aus seiner ehemaligen Kanzlei in Cottbus gehandelt habe. Er sei mit dem Vorsatz vorgegangen, Geld unrechtmäßig abzuschöpfen, um damit Schulden zu begleichen und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Wirtschaftsstrafkammer des Cottbuser Landgerichtes sah es als erwiesen an, dass der Jurist Leasinggesellschaften betrogen hat. Ihnen verkaufte er Büromöbel und Technik fast zum Neupreis, obwohl die Gegenstände älter oder gar nicht vorhanden waren und er schon bei Vertragsabschluss wusste, dass er die Leasingraten nicht bezahlen konnte. Zudem hatte der Angeklagte auch Geld von Mandanten veruntreut.

Das Gericht würdigte, dass der ehemalige Rechtsanwalt mit einem umfangreichen Geständnis reinen Tisch gemacht hatte. Andererseits hätten seine Taten zum Teil an der Grenze zur gewerbsmäßigen kriminellen Geldbeschaffung gelegen.

Das Urteil wurde aus einem Strafrahmen genommen, der nach dem Verlesen der Anklageschriften der Staatsanwaltschaft in einem Rechtsgespräch zwischen den Prozessbeteiligten abgesteckt worden war. Das ist laut Bundesgerichtshof zulässig.

Der Lausitzer Anwalt erklärte sich mit dem Urteil einverstanden. Rechtskräftig ist es allerdings noch nicht.