(49) aus Forst und Enrico T. (38) aus Cottbus haben alles versucht, ihre Mandanten im "Penismord-Prozess" vor einer höheren Strafe zu bewahren. Sie hatten nur zum Teil Erfolg.

Das Landgericht Cottbus sah wenig Grund zur Milde. Eine Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Stefan Fiedler verurteilte die Angeklagten gestern zu jeweils elfeinhalb Jahren Haft. Beide hatten im Dezember 2005 in Forst im Verlauf einer zweieinhalbstündigen Gewaltorgie einen 55 Jahre alten Obdachlosen geschlagen und erstochen. Die alkoholisierten Täter schnitten ihrem Opfer ein Ohr und nach dessen Tod den Penis ab. Zudem hatten sie versucht, dem Mann den Kopf abzutrennen und das Herz aus der Brust zu schneiden.

Diese Tatsachen hatte das Landgericht Cottbus bereits in einem ersten Verfahren im Mai vergangenen Jahres festgestellt und die Angeklagten wegen Totschlags zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die starke Alkoholisierung der Täter veranlasste damals die Richter, den Strafrahmen für Totschlag von 15 Jahren auf elf Jahre und drei Monate zu reduzieren.

Der Bundesgerichtshof hatte im Juni dieses Jahres verfügt, diese Verschiebung des Strafrahmens zu überprüfen und festzustellen, ob sich die Angeklagten nicht zielgerichtet betrunken hatten.

Gestern stellte das Gericht fest, dass es Olaf S. und Enrico T. klar gewesen sein musste, dass die Situation durch den Alkoholgenuss eskalieren konnte. Schließlich hatten sie ihr Opfer unter dem Vorwand, gemeinsam einen "zu Saufen", aus Rache in eine Falle gelockt.

Der Obdachlose soll den Sohn von Olaf Sch. missbraucht haben. Da Polizei und Staatsanwaltschaft die Tat ihrer Ansicht nach nicht energisch verfolgten, hätten sie dem Opfer eine "Abreibung" verpassen, es aber zunächst nicht töten wollen, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Gericht unterstrich, dass die Angeklagten mit der an "Unmenschlichkeit grenzende Tat" nur knapp an einem Mord vorbeigegangen waren.

Bei der "maßvollen Erhöhung" der Strafe sei die Alkoholisierung, die lange Verfahrensdauer und die emotionale Situation berücksichtigt worden, erklärte Richter Fiedler. Die Selbstjustiz könne jedoch nicht zur Milderung führen. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft beantragt, die Verteidigung die Bestätigung der milderen ersten Strafen gefordert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig