Umbuchung: Grundsätzlich können betroffene Lufthansa-Flüge kostenlos storniert werden. Gestern fielen Hunderte Flüge aus, für heute wurden mehr als 900 abgesagt. Am Freitag sollen Kurzstrecken bestreikt werden. Auch heute wieder können Reisende auf der Webseite der Airline überprüfen, ob ihr Flug darunter ist. Lufthansa bietet zudem kostenlose Umbuchungen an. Wer im Besitz eines Tickets von Lufthansa, Swiss-, Austrian- oder Brussels-Airlines für Flüge für heute mit Abflug in Deutschland ist, kann auf der Webseite des Unternehmens unter "Meine Buchungen" umbuchen - auch, wenn der gebuchte Flug nicht vom Streik betroffen ist.

Umbuchungen sind allerdings nur innerhalb des Originaltarifs möglich. Das Ticket muss vor dem 21. November ausgestellt worden sein und der neue Reisezeitpunkt vor dem 1. März 2017 liegen. Wer sein Flugticket bei einem Reiseveranstalter gebucht hat, kann sich nach Angaben der Lufthansa auch direkt an den Veranstalter wenden.

Ersatzbeförderung: Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug nur um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch aus oder verspätet sich um über fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibt es das Geld zurück.

Versorgung: Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere je nach Dauer der Verspätung und Streckenlänge Anspruch auf Betreuungsleistungen wie Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder - bei einer Pauschalreise - vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Entschädigung: Nach aktueller BGH-Rechtsprechung liegt im Fall eines Streiks höhere Gewalt vor. Das bedeutet: Reisenden steht keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder sich mehr als drei Stunden verspätet. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

Pauschalreise: In diesem Fall geht es um die rechtliche Frage: Hat der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt? Wenn nicht, dann lässt sich der Reisepreis mindern - je nach Schwere des Mangels. Wer zum Beispiel zwei Tage am Flughafen festsitzt und damit Urlaubszeit verpasst, kann den Reisepreis anteilig mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.

Upgrade: Wer von der Fluggesellschaft auf einen anderen Flug umgebucht wird und plötzlich einen Sitzplatz in der ersten Klasse hat, muss keinen Aufpreis zahlen. Die EU-Fluggastrechteverordnung besagt, dass die Fluggesellschaft bei einer Höherstufung keinen Preisaufschlag verlangen darf.

Beförderung: Wenn Abflug oder Ankunft des alternativen Flugs an einem anderen Flughafen erfolgt als dem, der in der Buchung angegeben ist, haben Passagiere Anspruch auf Beförderung dorthin.

Ob Ihr Flug betroffen ist

und Umbuchungen unter www.lufthansa.com

Zum Thema:
Der Pilotenstreik betrifft laut Lufthansa gestern und heute zusammen 215 000 Passagiere. Für gestrandete Kunden reservierte die Airline im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum München vorsorglich fast 4000 Hotelzimmer. Im Frankfurter Terminal seien zudem rund 400 Feldbetten aufgestellt worden. dpa/bl