Stiftung Warentest hat zehn Instrumente im Preisbereich zwischen 800 und 1650 Euro geprüft. Lassen sich die elek tronischen Tasteninstrumente auch nur annähernd so ausdrucksstark spielen wie ihre akustischen Vorbilder? Das herauszufinden, saßen als Tester neun Praktiker an den Tasten: Ausgebildete Pianisten bewerteten Klang und Spielbarkeit. Hinzu kamen für die Gesamtbewertung noch einige Messungen.

Die klanglichen Sieger. Interessanterweise belegen beim Testergebnis mit Kawai und Yamaha zwei Anbieter die Spitzenplätze, die schon lange vor dem Aufkommen digitaler Klaviere eine Tradition als Klavierbauer hatten. Die Yamaha-Instrumente Clavinova CLP-430 für 1650 Euro und Arius YDP-181 für 1300 Euro und das Kawai CN 43 für 1600 Euro klingen am besten. Auch das kleinere Roland F-110 für 1000 Euro kann klanglich überzeugen.

Dumpfer „Schlussakkord“. Den schlechtesten Klang hat das Korg LP-350 für 1050 Euro. Über den internen Lautsprecher tönt es recht dumpf und verzerrt, schätzen die Prüfer ein. Schwächen beim Lautsprecherklang zeigen nach ihrer Meinung aber auch etliche andere Instrumente. Über Kopfhörer hören sich die meisten deutlich besser an.

Spielgefühl von schlecht bis sehr gut. Mindestens so wichtig wie der Klang ist für den Pianisten das Spielgefühl seines Instruments. Hier schneiden zwei Digitalklaviere – Korg und Kurzweil (1000 Euro) – am schlechtesten ab. Das Korg LP-350 bringt zudem die schlechtesten Testergebnisse bei der Repetition, also bei schnellen Tonwiederholungen. Das Kurzweil überzeugt bei der Pedalwirkung am wenigsten. Mit Abstand am besten spielbar sind übrigens die beiden Klangsieger, die vorgenannten Yamaha-Instrumente.

Matte Tasten sind Geschmackssache. Das Casio Celviano AP-620 für 1200 Euro und beide Kawais im Test (CN 43 und CL 36) haben matte Tastenoberflächen, die an klassische Elfenbeintasten erinnern. Einigen Testern gefiel das sehr gut, andere mit eher trockener Haut empfanden es als unangenehm. Überhaupt sollte ein Interessent vor dem Pianokauf mehrere Instrumente in Ruhe ausprobieren, um zu sehen, mit welchem er sich am wohlsten fühlt. Bei Einsteigern hilft vielleicht der Klavierlehrer bei der Auswahl.

Hunderte Klangfarben und Begleitrhythmen inklusive. Digitalpianos sollen vor allem das klassische Klavier ersetzen. Als elek tronische Musikinstrumente beherrschen sie aber noch ganz andere Tricks. So bieten sie nicht nur einen einzigen Klavierklang, sondern etliche, teils sogar Hunderte verschiedene Klangfarben. Die meisten können das Klavierspiel auch auf einen internen Speicher aufzeichnen. Zwei Geräte ermöglichen sogar Audio-Aufnahmen auf USB-Speichersticks. Einige Instrumente im Test bringen zudem aufwändigere Rhythmus- und Begleitautomatiken mit, wie man sie eher bei Keyboards oder Heimorgeln erwarten würde. Die meisten begnügen sich hier aber mit einer einfachen Metronom-Funktion, die fürs klassische Klavierspiel völlig reicht.

Ausführlich in test 10/11 von Stiftung Warentest