Die EFB versteht sich als niederschwelliges Angebot der Jugendhilfe. Was heißt das? Das heißt, die Klienten können sich direkt an uns wenden. Sie müssen dafür nirgendwo einen Antrag stellen oder eine Überweisung vorlegen. Außerdem ist die Beratung kostenlos. Wer sind die Zielgruppen?Zu uns kann jeder kommen, der Fragen rund um Erziehung, Familie, Partnerschaft, Trennung oder Scheidung hat. Das sind Eltern, Adoptiv- und Pflegeeltern, Familien, Paare, Erwachsene, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, und Kinder und Jugendliche. Wo liegen Ihre Beratungsschwerpunkte?Die Schwerpunkte reichen von Erziehungsberatung etwa zum Trotzalter, über Beratung zu verschiedenen Auffälligkeiten wie AD(H)S, psychosomatische Störungen oder Lern- und Leistungsproblemen, familiären Krisen und Belastungen etwa durch schwere Krankheiten oder Tod, Kommunikationsschwierigkeiten in der Familie bis hin zu Paarproblemen, Trennung und Scheidung sowie Fragen zum Umgangsrecht. Haben sich die Problemfelder verändert?Die EFB sieht sich vermehrt mit psychischen und psychosomatischen Störungen und Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Deutlich zugenommen haben Paar-, Trennungs- und Scheidungsberatungen sowie die Beratungen zum Thema Umgangsrecht. War es in den 90er Jahren oft noch so, dass Eltern ihre Kinder bei uns "zur Behandlung" abgeben wollten, sind sie heute eher bereit, Beratung im Familiensystem anzunehmen. Kinder und Jugendliche können auch ohne Eltern zur Beratung kommen. Welche Probleme bringen sie mit?Typische Probleme sind Stress mit Eltern und Freunden oder Probleme in Schule und Ausbildung wie etwa Mobbing. Wie sieht das Team der Beratungsstelle aus?Wir arbeiten im multiprofessionellen Team - aktuell mit einer Kommunikationspsychologin und zwei Sozialpädagoginnen -, wodurch unterschiedlichste Methoden und Ansätze aus Beratung und Therapie ihre Anwendung finden. Mit wem kooperieren Sie?Wenn weitere Hilfen notwenig scheinen, versuchen wir weiterzuvermitteln, zum Beispiel an Ärzte und Psychotherapeuten, Kliniken, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, das Jugendamt oder andere Einrichtungen wie Frühförderstelle, Tafelprojekte oder Schuldnerberatung. Mit SIMONE HAUFFsprach Nicole Nocon.