Wenn die Temperaturen sinken und das Wetter unangenehm wird, verlagert sich das Leben von draußen nach drinnen und oft vom Fahrrad aufs Auto.

Auch Herbst und Winter haben selbstverständlich ihre schönen Seiten. Ein bisschen wehmütig macht mich aber schon, dass die oft zufälligen und schönen Begegnungen beim Spaziergang, am Gartenzaun und auf der Straße nachlassen. Bei Sonnenschein und Wärme halte ich eher mal ein paar Minuten inne, interessiere mich, wie es dem anderen geht, was so los ist und erzähle von mir selbst. Bei Nieselregen und Kälte gehen die Gedanken eher in Richtung schnell nach Hause und ins Warme.

Ob als Pfarrer in meiner eigenen Kirche oder als Besucher bei einer anderen Gemeinde genieße ich dann die Zeiten nach dem Gottesdienst. Die Gespräche beim Kirchenkaffee oder an der Kirchentür ersetzen ein wenig den Gartenzaun des Sommers. Man bleibt im Kontakt und in Beziehung zueinander.

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Dieses Wort aus der Bibel macht mich zuversichtlich, dass im nächsten Jahr der Frühling die Menschen wieder hinter dem Ofen hervorlocken wird. Bis dahin ist uns zu wünschen, dass sich auch in der kühleren Jahreszeit gute Momente des Gesprächs ergeben.