Die Stiftung Warentest hatte 18 Wasserkocher im Test, die zwischen 18 Euro und 104 Euro kosten. Keiner von ihnen hat ein Problem, für kochendes Wasser zu sorgen. Als echte Herausforderung erwies sich der Handhabungstest. Bei den Energiekosten müssen sie sich nur dem Gasherd geschlagen geben: Er kann beim Wasserkochen einen Cent pro Liter sparen.

Mühevolles Reinigen. Jeder zweite Kocher lässt sich schwer bedienen, vor allem das Entkalken und Reinigen macht Mühe. Die Siebe in der Ausgussöffnung setzen sich im Laufe der Zeit mit Kalk zu und sollten gereinigt werden, bevor der Kalk die Ausgussöffnung verstopft. Dann würde nämlich im Extremfall das brodelnd heiße Wasser unkontrolliert durch die Deckelfugen rinnen. Der Aus- und Einbau der Siebe sorgt allerdings bei vielen Geräten für Verdruss. Das Sieb klemmt beim Herausnehmen, das Einsetzen ist eine Fummelei. So manches dieser Plastikteile landet erst einmal im Kocher, bevor es wieder an Ort und Stelle sitzt.

Dem Verkalken vorbeugen. Kalkablagerungen verschlechtern den Wärmeübergang vom Topfboden zum Wasser, stellen die Prüfer in der Zeitschrift "test" klar. Die Schichten wirkten wie eine Dämmung. Wenn die Geräte einmal verkrustet sind, ließen sie sich nur noch schlecht reinigen. Tipp: Regelmäßig einen handelsüblichen Entkalker benutzen. Wer hartes Wasser hat und täglich etwa einen Liter kocht, sollte dies drei- bis viermal im Jahr tun.

Energiesparen mit Temperaturregelung. Weniger Kalk bildet sich, wenn das Wasser nicht bis zum Sieden erhitzt wird. Bei fünf Kochern kann der Nutzer die Temperatur einstellen. Wer löslichen Kaffee oder grünen Tee trinkt, wählt zum Beispiel 70 oder 80 Grad. Das Gerät schaltet sich automatisch ab. Liebhaber grünen Tees müssen das Wasser nicht bis zum Siedepunkt erhitzen und auf die passende Temperatur abkühlen lassen. Das spart Zeit und Energie. Bei täglich einem Liter grünem Tee bringt die Regelung gut zwei Euro im Jahr.

Handhabung schwierig. Einen Nachteil hat die Temperaturregelung: Sie erschwert die Handhabung. Wer zum Beispiel beim Krups-Kocher auf das Knöpfchen mit dem Thermometer-Symbol drückt, verriegelt eine Sperre. Mithilfe dieses Knöpfchens stellt der Kocher die Abschalttemperatur schrittweise ein: 50, 60, 70, 85 Grad. Nur keine 100 Grad mehr. Wie sich die Sperre lösen lässt, steht in der Anleitung: Kocher vom Sockel nehmen oder so oft die Taste drücken, bis die Anzeige erlischt. Erst dann kocht der Kocher wieder. Auch der Philips lässt sich kaum ohne Anleitung bedienen. Es erschließt sich nicht, welches Piktogramm auf dem Gerätesockel für welche Gradzahl steht.

Mit oder ohne Verzögerungstaktik. Wer ein wenig Energie sparen will, kann sich seinen Wasserkocher auch danach auswählen, wie lange er das Wasser vor sich hin brodeln lässt, bis er sich bequemt abzuschalten. Knapp 30 Sekunden verzögert der AEG das Abschalten. Braun, Philips und Unold lassen 20 Sekunden verstreichen. Das kostet den einen oder anderen Euro pro Jahr. Alle anderen Kocher schalten schneller ab. Drei Kocher ziehen ständig Strom, sobald sie am Netz hängen - den Standby-Strom: Philips, Krups und AEG. Viel kostet das nicht - bis 1,20 Euro im Jahr. Doch die verschwendete Energie des AEG würde genügen, vier Monate lang morgens eine große Tasse Tee zu kochen. Ausführlich: "test" 1/13 und www.test.de/wasserkocher

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Folgende Geräte werden von Stiftung Warentest besonders positiv hervorgehoben: der Bosch TWK 8613 für 75 Euro. Gleich dahinter landet das schlechter zu handhabende Schwestermodell Siemens TW 86103 für ebenfalls 75 Euro. Sieger bei den Geräten ohne Temperatureinstellung wurden zwei Modelle: Kenwood kMix SJM 034 für 75,75 Euro und Russell Hobbs Deluxe 18495-56 für 54 Euro. Als "preisgünstige und wegen seines Kunststoffbottichs besonders leichte Alternative" offerieren die Tester den Cloer 4111 für knapp 30 Euro. red/gzn