bis 7. April 1912.

Zuerst bringen wir Ihnen den Nicht-Heiratsspruch des Monats nah. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass diese Gedanken erst nach 100 Jahren in der Realität angekommen sind. Aprilis bring der Narren Heer, und heirat's Du, so gibt's noch mehr. Unser Redakteur setzte sich nun mit dem Aprilwetter auseinander und hatte auch eine zeitlose Empfehlung parat. Und wer von einer plötzlichen Unbill der Witterung hinreichend geschützt sein will, braucht lediglich die überflüssige Vorsicht anzuwenden und einen Regenschirm mitnehmen. Er kann überzeugt sein, dass es dann auf alle Fälle nicht regnet.-- .

Bleiben uns noch einige Bauernregeln für den April, die auch heute noch gültig sind: Herrengunst, Aprilwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfel= und auch Kartenspiel wenden sich oft, wer´s glauben will. (…) April hat seine dummen Mucken, er will, dass die Bauern nach dem Wetter gucken. (…) Hört Waltraut (6. April) nicht den Kuckuck schrein´, dann muß er wohl erfroren sein.

Bei der Stadtverordnetenversammlung am 2. April, einem Dienstag, rotierte das Personalkarussell besonders schnell. Der Maurer- und Zimmermeister Richard Mittag wurde als neuer Stadtverordneter auf sein Amt vereidigt. Alle Posten, die bisher der nun neue Stadtrat Richard Heinze innehatte, mussten neu besetzt werden. Es waren ihrer beiläufig sieben. Die Bewilligung der Mittel zum Betrieb des Gymnasiums wurde seitens der Regierung um 7000 Mark gekürzt. Es sollte ein erneutes Gesuch an den Finanzminister gesandt werden. Wieder einmal aus heutiger Sicht nichts Neues. In dem seit drei Jahren schwebenden Prozess der Erdmann´schen Erben, wegen der angeblichen Wertminderung ihres Grundstückes am Rossplatz durch den Betrieb der Stadtbahn, wurde ein Kompromiss gefunden: Die Stadt kauft das Grundstück für 45000 Mark - die Gerichtskosten trägt der Kläger.

Zum Abschluss eine Antwort auf die Frage: Wie war das Wetter zu Ostern 1912? Sonntag, 7. April: Vorherrschend wolkig bis trübe, seltene Sonnenblicke, windig, ziemlich mild, zeitweise Regen; Montag, 8. April: abwechselnd heiter und wolkig, böig, etwas kühler, Regenschauer.

Witz. Arzt: "Nun, es gibt ein sehr einfaches Mittel, um diesem immerwährenden Durst abzuhelfen. Sobald Sie die Lust auf ein Glas Bier ankommt, essen Sie einen Apfel, - essen Sie jedesmal einen Apfel, dann wir der Durst sich legen." Patient: "Ja, lieber Doktor, aber - ist das nicht ein bißchen viel, fünfzig bis sechzig Äpfel pro Tag?"