Günther Quiel vom Förderverein freute sich über die große Resonanz am Samstagnachmittag. „Es ist doch wirklich toll zu sehen, wie viele Leute gekommen sind“, so Quiel. Das lag sicher auch daran, dass es kostenloses Essen für die Bedürftigen gab.

Die Schlange riss am Nachmittag nicht ab. Das sei eine polnische Tradition, erzählt Quiel. Genauso wie das Brechen von Oblaten, welches der katholische Pfarrer nach seinem Gebet auf der kleinen Bühne zelebrierte. Die Teilung einer geweihten Oblate symbolisiert ein Zeichen der Versöhnung, der Liebe, der Freundschaft und des Friedens.

„Genau das wollen wir erreichen“, so Günther Quiel. „Die Menschen auf beiden Seiten der Neiße sollen sich an alte Traditionen erinnern und diese neu entdecken.“ So ist auch seit vier Jahren der Platz dieses deutsch-polnischen Weihnachtsmarktes nicht zufällig gewählt. Denn auch das war einst Tradition, dass jeweils dienstags und freitags Markttag an gleicher Stelle war. „Es wäre schön, wenn irgendwann wieder deutsche und polnische Bauern ihre Produkte hier auf einem gemeinsamen Markt anbieten“, so Quiel euphorisch. Er könne sich vorstellen, dass dies wieder ein zentraler Ort der Doppelstadt wird. „Wir haben alle Chancen, wir müssen sie nur nutzen, und je mehr Menschen mitmachen, umso besser wird es“, erläutert er.

Und tatsächlich fanden auch viele Gubener den Weg ins Nachbarland. Gisela und Heinz Jurk wollen aber den Weihnachtsmarkt nicht mit dem ihrer Meinung nach schlechtesten Gubener Weihnachtsmarkt seit Jahren vergleichen. Sie fanden die Angebote gut, denn neben Essen und Trinken waren auch Weihnachtsgestecke und Accessoires im Angebot. „Dieser Markt ist halt anders als einer, den man aus Deutschland kennt“, ist sich das Seniorenpaar einig.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte eine Dudelsackgruppe aus Polen. Sie brachten mit ihren tollen Trachten und der typischen Musik Stimmung auf den Marktplatz. Ein deutscher Weihnachtsmarkt verteilte kleine Geschenke an die Kinder.