Jack ist schon so etwas wie ein kleiner Star, der an der Seite von Björn Dallmann bereits mehrmals ins Fernsehen aufgetreten ist. Gerne zeigt der 18-jährige Besitzer ein Video, in dem alle Zuschauer der Rateshow "clever" Atemmasken tragen, als Jack auf den Armen von Wigald Boning in das Fernsehstudio geführt wird. Den Skunk-Vortrag des Gubener Stinktier-Experten im Lesecafé des Naemi-Wilke-Stifts verfolgte allerdings nur ein Dutzend neugieriger Gäste. Den Kindern ging es in erster Linie darum, Jack einmal zu streicheln. Doch vor dem Kontakt hat Björn Dallmann die Theorie gestellt. Er hat einen Vortrag über sein Haustier erarbeitet, der alles andere als stinklangweilig ist. So erfahren die Zuhörer, dass der gefürchtete Abwehrgeruch wie eine Mischung aus verbranntem Gummi, Zwiebeln und Knoblauch duftet. "Ein faules Ei riecht besser", verdeutlicht Björn Dallmann den Gestank, der nur zur Abwehr von Feinden dient. Aber gegen jedes Unkraut ist auch eine Harke gewachsen. In dem unwahrscheinlichen Fall einer Stinktier-Attacke empfiehlt der 18-Jährige Tomatensaft zum Neutralisieren des Geruches. "Sie haben dann nur das Problem, die Tomatenflecke von der Kleidung wieder los zu werden", sagt Dallmann zum Publikum und lächelt. Nach einer halben Stunde ist es dann soweit. Meds-Lasse (3) war bereits ungeduldig geworden. Zu gern wollte er Jack einmal streicheln. Zwar ohne roten Vorhang, dafür aber auf einem roten Teppich laufend, zeigt sich Jack den Zuhörern. Allerdings musste er den Ehrenteppich selber ausrollen. Doch ohne Starallüren ist sich das Stinktier für diese Arbeit nicht zu schade. Jack zeigt seine Talente - obwohl er als Stinktier eigentlich derzeit Winterruhe hält. So läuft der Streifenskunk über eine Wippe, spielt Fußball, holt sich ein Leckerli aus einer Miniatur-Mülltonne und schiebt einen kleinen Einkaufswagen vor sich her. Nach der kleinen Jackshow kann auch endlich Meds-Lasse das Stinktier streicheln. "Ich hätte auch gern eines", sagt er zur Mutter. Der Trend Stinktiere als Haustiere zu halten, werde immer größer, sagt Björn Dallmann. "Die stinkende Analdrüse wird natürlich vorher entfernt", beruhigt der längjährige Stinktierbesitzer die Besucher, die sich um Jack versammelt haben. Allerdings, so gibt Dallmann zu bedenken, gebe es noch Schwierigkeiten mit den Tierärzten, Impfstoffen und Pässen. Denn Stinktiere gelten in Deutschland noch als Exoten.