Ein Automat, der sprechen kann? Der verdutzte Passant wählt aus einem Dutzend Kaffeedosen mit ebenso vielen Geschmacksrichtungen von bitter bis süß, mit Milch oder ohne bis rabenschwarz und wirft das Geld ein. "Vielen Dank. Haben Sie noch einen schönen Tag", sagt die Maschinenstimme mit perfekter japanischer Höflichkeit.Willkommen im freundlichen Hightech-Wunderland Japan, wo die Menschen oft in engsten Wohnverhältnissen leben müssen, dank einer einzigartigen Vielfalt an kleinen und großen Erfindungen im Alltag aber derart umsorgt werden wie wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Das fängt schon beim morgendlichen Gang zur Toilette an. Auf dem stillen Örtchen warten eine elektrisch gewärmte Klobrille samt warmer Gesäßspülung. Und Japans Hightech-Klos haben noch mehr zu bieten. "Toiletten sind der einzige Ort in Japan, wo man allein sein kann. Viele wollen sich hier entspannen", sagt die Empfangsdame im Schau-Raum eines WC-Herstellers.Wie zum Gruß klappen die sensorgesteuerten Klodeckel hoch, wenn man sich ihnen nähert - für männliche Nutzer geht per Fernbedienung auch die Brille nach oben. Sodann säuselt aus einer Kloschüssel friedliches Vogelgezwitscher, begleitet vom süßen Duft der "wilden Rose", während eine andere Toilettenattraktion klassische Musik aus dem Spülkasten bietet.Auch außerhalb der Wohnung wird das Alltagsleben von unterschiedlichsten akustischen Ansagen begleitet, die zuweilen auch das Mitdenken abnehmen. "Bitte achten Sie darauf, keine Gegenstände an Ihrem Platz zu vergessen. Verlassen Sie den Wagen hinter Ihrem Vordermann und stolpern Sie nicht", quäkt die Stimme des Bahnhofsvorstehers allmorgendlich aus den Lautsprechern. Und auch viele Lastwagen sorgen sich um das Wohlergehen der Passanten: "Bitte Vorsicht, ich biege jetzt links ab", plärrt ein Endlosband unaufhörlich aus den Brummis. dpa/han