Dazu ist das Büro "Projekt M" GmbH ins Boot geholt worden. "Es hat bereits das Marketingkonzept für das Seenland entwickelt. Jetzt ist es auch für uns tätig. Die Mitarbeiter kennen sich aus", sagt Manuela Stellmach, bis vor Kurzem Bäderchefin in Lauchhammer. Sie ist jetzt Amtsleiterin Schulverwaltung und Soziales. Das Erholungsgebiet und das Erlebnisbad gehören weiterhin zu ihrem Verantwortungsbereich. Eine spezielle touristische Ausrichtung des "Grünewalder Lauchs" war bisher kaum zu spüren, um ausgewählte Gruppen von Touristen anzulocken. Wenn vom Lauch die Rede war, dann fielen zumeist Begriffe wie Großzügigkeit, Natur und Ruhe. Am ehesten schätzten diese Vorzüge ältere Camper und Familien. Jetzt wollen die Verantwortlichen bei der Stadt mit Rückendeckung der Marketingexperten eine neue Marschroute vorgeben. Das Erholungsgebiet will mit der Bezeichnung "Fahrradfreundlicher Campingplatz im Lausitzer Seenland" für sich werben. Das neue Leitbild soll ab der Saison 2011 Programm sein. Die Vorbereitungen sind aber bereits im Gange, einschließlich eines neuen und eigenen Internetauftritts. Wichtigste Zielgruppe in der Hauptsaison seien künftig Familien und in der Vor- und Nachsaison die Generation 50+. Alle sollen mit Aktivurlaub angelockt werden. Im Mittelpunkt steht das Fahrrad. "Deshalb wollen wir noch 2010 die Bett- und Bike-Zertifizierung erreichen", verrät Manuela Stellmach. Doch die ist nicht zum Nulltarif zu haben. Es wird also investiert, unter anderem in Unterstellmöglichkeiten und eine Fahrradwerkstatt. Auch sonst soll sich einiges verbessern. Geplant sind ein zweiter neuer Grillplatz und die Neugestaltung der Grünanlagen an den Bungalows. Andere Wünsche werden wohl noch eine Weile ein Traum bleiben, wie Mietunterkünfte. "Der Trend geht dahin", sagt die Amtsleiterin. Das heißt, die Gäste wünschen zunehmend Bungalows. Die Stadt müsste Geld lockermachen, was sie momentan aber nicht kann. Dabei ist im Erholungsgebiet schon reichlich investiert worden, so in komfortable Stellplätze. Der Rückfluss an Einnahmen sei gut. Dennoch ist der Lauch mit dem großen öffentlichen Bereich nach wie vor ein Zuschussgeschäft. Mit der neuen Strategie, interessanten Angebotspaketen für die Urlauber und einer besseren Infrastruktur solle weiter in Richtung des großen Ziels Kostendeckung gearbeitet werden. Oft ein Kritikpunkt in den vergangenen Jahren war die gastronomische Versorgung. Die einstige Gaststätte "Zum Goldenen Born" gibt es schon lange nicht mehr. Das Nachfolgehaus schloss die Türen nach dem Saisonende 2009. "Es gibt Interessenten für die weitere gastronomische Bewirtschaftung", so Manuela Stellmach. Allerdings auch für den Bau einer komplett neuen Gaststätte. Dafür wolle die Stadt noch in diesem Jahr die Voraussetzungen schaffen und das alte Gemäuer abreißen lassen.