Von Uwe Hegewald

Wenn sich am Samstag, 8. Dezember, die Türen zum Großräschener Weihnachtsmarkt öffnen, werden viele Besucher einen ersten Blick auf das temporäre Wahrzeichen der Stadt richten: die imposante Weihnachtspyramide. Erstmals erscheint einer der Heiligen Drei Könige als geschnitzte Vollplastik und reiht sich somit in die bereits bestehende Skulpturengruppe ein, die die Geburt Christi darstellt.

„Maria, Josef und das Christuskind sind bereits als dreidimensionale, körperhafte Figuren vorhanden. Ihnen folgt jetzt mit Caspar, einer der Heiligen Drei Könige“, sagt Jörg Beger. Er ist der Schöpfer der Plastiken für die Großrä­schener Weihnachtspyramide, die in der Region ein Alleinstellungmerkmal genießt.

 Mit dem Schnitzen der Caspar-Figur begonnen hatte der Bildhauer aus dem Großräschener Ortsteil Wormlage bereits im Dezember vorigen Jahres. Ausschlaggebend war das angewachsene Budget von Spenden, das bei Erreichen der erforderlichen Summe zum Fertigen einer Figur einen Auftrag auslöst. „Die Großräschener sind stolz auf ihre Pyramide, was sie mit einer ungebrochenen Spendenbereitschaft unter Beweis stellen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Susanne Schapp.

Zuwendungen würden aber auch regelmäßig benötigt – für anfallende Wartungsarbeiten an der Pyramide, die seit diesem Jahr auf dem Bauhof einen eigenen Unterstand erhalten hat oder für die Weiter­entwicklung der Figurengruppe. So werden die ursprünglichen Holztafel-Darstellungen Schritt für Schritt gegen geschnitzte Kunstwerke aus robusten Holzstämmen ausgetauscht.

 „Irgendetwas passiert an unserer Pyramide immer“, beschreibt Susanne Schapp die Situation und erklärt: „Wir brauchen noch ein paar Könige.“ Jörg Beger steht bereit, um nach Caspar auch noch Melchior und Balthasar zu schnitzen.

Bemerkenswert: Regelmäßig kehren Begers Schützlinge in ihren „Geburtsort“ Wormlage zurück, um sich dort einer „Kosmetik“ zu unterziehen. Spannungsrisse im Holz werden geschlossen und Stellen ausgebessert, an denen der Zahn der Zeit oder Witterungseinflüsse genagt haben. In den Augen des Bildhauers ist das eine umsichtige wie kluge Entscheidung der Stadt Großräschen. So würden die Spender und Sponsoren erfahren, dass die von ihnen mitfinanzierten Figuren einen respektvollen Umgang erfahren. Er nehme es als Wertschätzung gegenüber den Figuren wahr, aber auch gegenüber seiner Arbeit.