Für beide Mannschaften ging es in diesem Spiel um sehr viel. Dabei schmorten im Hintergrund auch noch alte Zwistigkeiten aus der Vergangenheit und aus dem Hinspiel, die aus der sehr rustikalen und mit versteckten Fouls arbeitenden TMBW-Abwehr herrührten. Die Atmosphäre erhitzte sich beim Spielstand von 21:22 nach 38 Minuten das erste Mal, als Torwart Tomasz Wilkosz einen Strafwurf mit voller Wucht ins Gesicht bekam. Ab der 50. Minute und bei einer 30:28-Führung für den HC Spreewald saßen zeitweise drei Gäste-Spieler auf der Strafbank. Aber auch die Spreewälder kassierten zahlreiche Zeitstrafen. Nach weiteren Roten Karten für beide Mannschaften in den letzten Spielminuten eskalierte die Partie sechs Sekunden vor dem Abpfiff. Beim letzten Angriff der Gäste kam es zum Körperkontakt mit HC-Abwehrspieler René Sewald. Nun meinten die Gäste, ihrem Frust über die anstehende Niederlage freien Lauf zu lassen. Plötzlich waren beide Teams samt Trainern, Ordnern und den schon mit Rot des Feldes verwiesenen Spielern in einer Ecke des Spielfeldes versammelt. Fäuste flogen. Teilweise mussten einzelne Spieler von ihren Mitspielern gewaltsam daran gehindert werden, damit nicht alles noch in eine Massenschlägerei ausartete. Von Anzeigen wegen Körperverletzung und Nichtunterzeichnung des Spielprotokolls seitens der Gäste war zu hören. Welche Strafen am Ende nach dem Spiel noch von den beiden Oranienburger Schiedsrichtern verhängt wurden, war bis zum Sonntag nicht zu erfahren. Auch der anwesende Schiedsrichter-Beobachter wird seinen Teil zur Klärung beitragen. Gäste mit besserem StartEs wurde auch noch Handball gespielt. In einem sehr intensiv, mit hohem Tempo und Einsatz geführten Spiel erwischten die Gäste den besseren Start. Nach einem 0:2-Rückstand glichen die Spreewälder zum 2:2 und 3:3 aus, ehe sie erstmals mit 4:3 in Führung gingen (7.). Die Gastgeber verloren jedoch häufig zu leicht Bälle durch Fehlabspiele an den Kreis oder durch Betreten des Kreises. Immer wieder entwischten die sehr schnellen und beweglichen Gäste, die sich im Spiel Mann gegen Mann gut durchsetzten. Nach mehreren HC-Fehlern führten die Gäste plötzlich 6:4 und 8:6 (13.). Bis dahin hatte der an diesem Tag sehr starke HC-Rückraum mit Christoph Wilde (2) und Jaroslaw Galus (4) die Spreewälder Tore erzielt. Die individuell starken Gäste hielten beim 7:9 und 10:12 ihren Zwei-Tore-Vorsprung (22.). Die eklatante Schwäche bei den Hausherren vom Siebenmeterpunkt - von fünf Strafwürfen wurde nur einer verwandelt - trug ebenfalls nicht zur Steigerung des Selbstvertrauens bei. Pawel Prokop und Christoph Wilde glichen zum 12:12 aus (24.). Jens Kranick, René Sewald und Pawel Prokop (2) stellten den 16:16-Pausenstand her. Ausgeglichener SpielverlaufBis zum 18:18 blieb das Spiel ausgeglichen. Danach liefen die Gastgeber vom 18:20 bis zum 22:24 erneut einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher (40.). René Sewald und Jaroslaw Galus glichen zum 24:24 aus (42.). Die Rote Karte für Christoph Wilde (44.) nach seinem Treffer zum 25:25 rief bei den Hausherren statt hängenden Köpfen eine Trotzreaktion hervor. Jaroslaw Galus und Pawel Prokop brachten den HC mit 27:25 in Front (46.). Nun ließen sich die Gastgeber nicht mehr abschütteln und bestimmten den Spielverlauf bis zum Abpfiff. Jaroslaw Galus zum 28:26, Pascal Freund zum 29:27 und Nils Werner zum 30:28 (53.) hielten die Zwei-Tore-Führung der Spreewälder. Stephan Pavelka erhöhte auf 31:28, ehe die Gäste von Fehlabspielen profitierten und auf 31:30 (57.) verkürzten. Marian Siebert und Nils Werner erzielten aber schnell das 33:30 (58.), bevor Berlin wieder auf 33:32 herankam. Die Gäste gingen in der letzten Spielminute zu einer offensiven Manndeckung über. Das Knistern und die Anspannung in der Halle waren förmlich zu spüren und übertrugen sich bis auf die Ränge. René Sewald gelang das 34:32. Dann musste Jaroslaw Galus mit Rot vom Feld. Der HC stand mit zwei Spielern weniger auf dem Parkett. Nils Werner erzielte mit dem 35:32 zwölf Sekunden vor Schluss die Entscheidung. bdg