Das Rauschgift sei in einer Weinladung aus Mittelamerika versteckt gewesen, sagte der Vizepräsident des Zollkriminalamtes, Paul Wamers, gestern in Bremen. Der Container sei auffällig gewesen. „Die Kombination Bremerhaven - Wein aus Panama ist nicht so normal.“
Bei der Durchsuchung Anfang September entdeckten die Beamten 390 Drogenpäckchen, die in 16 Sporttaschen zwischen 900 Kartons Rot- und Weißwein lagerten.
Das Rauschgift hat einen Reinhaltsgehalt von fast 90 Prozent. Empfänger der Ladung war eine belgische Im- und Exportfirma. Die Beamten tauschten das Kokain mit Ausnahme einer geringen Menge gegen einen Ersatzstoff aus, alarmierten ihre Kollegen in Belgien und den Niederlanden und verfolgten dann den Weg der brisanten Fracht.
Mit einem Lastwagen wurde die Weinladung nach Antwerpen gebracht. Am 12. September nahmen die Ermittler dort drei Männer fest. Sie sitzen seitdem in Belgien in Untersuchungshaft. Es handelt sich um zwei 58 Jahre alte Niederländer und einen 54-jährigen Belgier. Zu den Hintermännern wollten die Fahnder vorerst keine Angaben machen. Das Rauschgift soll nun vernichtet werden. „Das Kokain wäre nie in dieser reinen Form in den Handel gekommen“ , sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Klein.
Für den Verkauf hätten daraus laut Anklagebehörde 720 Kilogramm Pulver produziert werden können. Nach Angaben des Zollfahndungsamtes Hamburg ist der Fund in Bremerhaven einer der größten bundesweiten Einzelfunde von Kokain seit 2001. Damals wurden am Hamburger Hafen 514 Kilogramm auf einem Containerschiff aus Venezuela beschlagnahmt. Als bisher größter Kokainfund in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein Fund in Kassel bewertet. Im Oktober 2002 stellten Ermittler dort 1,25 Tonnen Kokain sicher, die in einem mit Melonen gefüllten Container vom Hamburger Hafen nach Kassel kamen. (dpa/jt)