In der vergangenen Woche hatte ein Greenpeace-Schiff bereits eine Ladung Steine versenkt.
Obwohl die Behörden Greenpeace bereits ein Ordnungsgeld von 50 000 Euro angedroht haben, halten die Umweltschützer an ihrem Vorhaben fest. "Die Artenvielfalt in der Nordsee ist es uns wert", sagte Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace, gestern in Hamburg. Insgesamt habe die Organisation 500 000 Euro in die nach eigenen Angaben "bisher aufwendigste Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Meere", investiert.
Gestern waren Aktivisten auf dem Greenpeace-Schiff "Argus" sowie einem Arbeitsschiff damit beschäftigt, die mindestens ein Kubikmeter großen Felsblöcke ins Wasser zu werfen. Das 5500 Quadratkilometer große Gebiet ist seit vier Jahren ein von der Bundesregierung bei der Europäischen Union gemeldetes "Natura 2000"-Schutzgebiet. "Trotzdem finden keine Maßnahmen zum Schutz der Fische statt, es gibt keine Beschränkungen für die Fischerei", sagte Menn. Deshalb sei Greenpeace aktiv geworden.
Greenpeace forderte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, die Fischerei in dem Schutzgebiet komplett zu verbieten und auch den Abbau von Sand und Kies zu stoppen. "Wir brauchen großflächige Schutzgebiete, in denen sich die Artenvielfalt regenerieren kann", sagte Iris Menn.
Fischer werfen den Umweltschützern vor, sogar den Untergang von Kuttern in Kauf zu nehmen, falls Schleppnetze an den Felsblöcken hängen bleiben. Dem widersprach Menn: "Die Fischer wissen, wo die Steine liegen." Die Positionen der Steine würden regelmäßig den Wasserschutzdirektionen und Fischereiverbänden mitgeteilt.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie nannte die Aktion illegal. Kritik kam auch von Umweltminister Gabriel. Auch Fischereiverbände aus Dänemark hatten nach Start der Aktion erklärt, man prüfe juristische Schritte. (dpa/ig)