Zum Glück hat Locci ein begnadetes Talent vom Puppenspieler-Großvater Loci samt dessen Koffer geerbt. Aus dem flogen ihm viele Ideen und Geschichten entgegen, als er ihn mit dreißig Jahren 1979 öffnete. Seitdem ist der Urkomödiant mit unzähligen Solo-Programmen und als Wolfgang-Lasch-Ensemble sowie mit Gästen nicht mehr von den Puppen- und Kleinkunstbühnen wegzudenken. Ob Debbsch & Lebbsch auch schon aus Großvaters Koffer gekrochen sind, wissen wir nicht. Jedenfalls sorgen sie als Körperpuppen mit ihren charakteristischen Köpfen und als Straßenmusiker, ,,weil es zu mehr nicht gereicht hat", für ein furioses und die Lachmuskeln strapazierendes Programm. Auf Schlagzeug und Bandoneon und mit Stimme spielen und singen sie sich im Museumsaal mit allerlei unvermeidlichen Katastrophen durch das Musikrepertoire von der französischen Musette über Besatzermelodien wie ,,All of me" und ,,Partisanen vom Amur" aus ihrem ,,Best-off-Zyklus" bis zum südamerikanischen Lambada, bei dem endgültig das Chaos auf der Bühne ausbricht.

Natürlich darf der furiose ,,Schiffsjungentanz" für Ringelnatz mit begeisterter ,,Interaktion" der Zuschauer nicht fehlen. Dann rückt Lebbsch mit der Sensation des Abends heraus und führt die Besucher ins Freie. Seit Jahren haben sie es gesucht, jetzt haben Debbsch und Lebbsch gleich neben dem Kirchhainer Museum das Grab von Ringelnatz' Hund Natz samt Grabstein gefunden. Etwas feierliches Gedenken muss sein. Mit Ironie darf anschließend Adamos dahin schmelzendes ,,Verzeihen Sie Madame" gehört werden.

Nachdem Lebbsch Wolfgang Lasch und Debbsch Frank Deutscher neunzig Minuten weder sich noch ihre Instrumente geschont hatten, dürfen sie sich endlich, von Puppenkopf und Maskerade befreit, dem Publikum zum stürmischen Schlussapplaus und der jazzigen Zugabe stellen.

,,Das sind geniale Profis, vor allem wie sie auf ungeplante Zwischenfälle reagieren und mit dem Publikum spielen können", war Gerhard Schober aus Doberlug-Kirchhain wieder begeistert. Museumsleiter Dr. Andreas Hanslok gefiel vor allem der Ringelnatz-Gag. Er würde Wolfgang Lasch mit einem seiner Programme gern wieder in seinem Haus erleben. Das Publikum auch!