Setzte Lagerfeld für den Sommer auf Mikro-Miniröcke und einen sexy Look, geht es nun mindestens kniebedeckt zu - mit lockeren Entwürfen, die russische Folklore, Ski-Jet-Set und 70er-Jahre-Inspirationen verbinden. Tagesmäntel aus dickem Tweed in bunten, doch eher müden Farben zu lässigen Hosen, Oversized-Strickteile zu wadenlangen Röcken und passende lange Stoffstiefel: So sieht der Chanel-Look für die kalte Jahreszeit aus. Clou der Kollektion sind schillernde Paillettenröcke in Silber oder Gold zu türkisblau gemusterten Oberteilen sowie ein langes Abendkleid aus Strick - vorne hoch geschlossen, hinten ein rasanter Rückenausschnitt. Und es gibt nun auch Chanel-Schlittschuhe. Ganz in Gold sichern sie alle Blicke auf der Eisbahn.
Früher galten Karl Lagerfeld und Yves Saint Laurent als die großen konkurrierenden Sterne der Pariser Designerszene. Heute scheint Lagerfeld mit jeder neuen Chanel-Kollektion populärer zu werden, während Saint Laurent längst aus dem Modekarussell ausgestiegen ist. Die Marke Yves Saint Laurent ist allerdings aktueller denn je. Und das hat sie maßgeblich dem jungen italienischen Designer Stefano Pilati zu verdanken, der am Donnerstag wieder mit einer grandiosen Kollektion seine Meisterschaft im Umgang mit der Schere bewies. Superweiche leichte Kaschmirqualitäten schneidet er in Formen mit leicht gerundetem Volumen und verleiht ihnen auf mysteriöse Weise das Stehvermögen steifer Stoffe. Er startete mit einer Reihe weiter, knapp knielanger Mäntel in Grautönen - teils pagodenartig geformt, teils oval. Dazu wurden Strickstrümpfe und hohe Schuhe kombiniert.
Schmale Kleider und zweireihige Anzüge umspielen dank kleiner Raffungen den Körper. Glanz bringen Kleider aus geprägter Seide, die an Echsenleder erinnert, sowie bronzefarbener, in kleine Schlaufen gelegter Satin. Die Models trugen helmartige Kappen und wirkten ein wenig wie eine Armee der Eleganz.
Eine Französin mit Intellekt und Raffinesse - das ist das Leitbild der Céline-Designerin Ivana Omazic. Für den nächsten Winter schneidert sie hochelegante Kleider. Schmale Satinkleider in Smaragd oder Goldgelb mit geschlitztem Bleistiftrock, weiche braune Ledermäntel mit großem Fellkragen oder cremefarbene Marlene-Hosen zur gegürteten Tunika: Die Céline-Frau sieht zu jeder Tageszeit perfekt aus, immer mit passender Kappe, Tasche und extravaganten Schuhen.
Jasmine Di Milo ist erst seit drei Saisons in Paris dabei und wird dennoch gefeiert wie ein Star. Dank ihres Vaters Mohammed Al-Fayed gehört sie zum jungen Jet Set Europas, und wohl in keiner Schau sitzen so viele schöne und reiche Glamour-Girls wie bei ihr. Ihre kurzen Corsagenkleider aus Leder oder Wolle in Schwarz oder Maisgelb, ihre Samtröhren und - als Kontrast - fließenden weiten Marlene-Hosen mit Hemdchen dazu sind gut geschnitten. Doch zu einer eigenen Handschrift hat die Designerin noch nicht gefunden. Sie hat allerdings noch Zeit: Der Hype um sie wird andauern.