Mitic und Görner gestalteten eine Jubiläumsveranstaltung. Auf Einladung des Fördervereins ,,Haus der fröhlichen Kinder Crinitz" mit Unterstützung durch den Heimatverein waren sie Gäste der ,,Crinitzer Lesezeit" und stellten das Buch ,,In Gottes eigenem Land" über Heinrich Melchior Mühlenbeck als Vater des amerikanischen Luthertums vor.

Bereits 25 zumeist hochkarätige Leseveranstaltungen mit 23 Autoren hat der Förderverein unter Regie von Hannelore Wilhelmi auf die Beine gestellt. Das Besondere: vormittags gibt es eine Veranstaltung mit Kindern der GS Heinz-Sielmann und der Kita und abends eine für Erwachsene. Lese- und Wissenförderung mit Unterhaltungsfaktor haben sich die Organisatoren auf die Fahnen geschrieben.

Das war auch bei der Präsentation von Görners 2011 erschienenem Buch der Fall. Der ehemalige Polizeiruf-110-Regisseur und Drehbuchschreiber und jetzige Buchautor und Dukumentarfilmer hat zwanzig spannende Lebensjahre des deutschen Theologen Mühlenbeck zwischen Buchdeckel gebannt. Im Auftrag der Francke-Stiftungen Halle wird der 32-jährige Pfarrer der Evangelischen Lutherkirche 1742 für die deutschen Aussiedler nach Nordamerika geschickt. Die ausgezeichnete Quellenlage ermöglichte es Görner, das konfliktträchtige Leben inmitten der Kriege Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens auf dem nordamerikanischen Kontinent im Konflikt mit den indianischen Ureinwohnern spannend und authentisch darzustellen.

Dazu trägt der einzige fiktive Protagonist des Romans bei, Apachenhäuptling Fliegender Pfeil, mit dem der Buchautor die Situation der Indianer zeigt und Mühlenbecks Konflikte mit der Missions-Religionsgemeinschaft der Herrenhuter, da er selbst eifernde Missionierung ablehnte. Hier kommt Gojko Mitic bei den Leseveranstaltungen ins Spiel. Er liest Fliegender Pfeil und Görner Mühlenberg. Eine gelungene Idee, wie sich zeigt. Die mehr als 70 Besucher des Abends, die sich in Nucks Vereinszimmer drängen, staunen, welche historischen Hintergründe ihnen eröffnet werden. Schließlich liest Mitic noch indianische Weisheiten, die beim Publikum als heutige Mahnungen ankommen. ,,Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht!"

Viel Interessantes wussten beide Gäste des Abends im angeregten Gespräch mit dem Publikum zu erzählen. Görner berichtete, dass er im vorigen Jahr der US Außenministerin Hillary Clinton sein Buch als Geschenk überreichte und sie bestens über die Mühlenbecks Bescheid wusste. Kein Wunder, gilt Melchior Mühlenbeck doch als Begründer der amerikanischen Lutherkirche und ist einer seiner Söhne Mitverfasser der ersten Verfassung der USA. Gojko Mitic, dem man die 72 Jahre nicht glauben will, plauderte gern aus seinem Leben als Chefindianer der Defa und über die insgesamt 1024 Aufführungen mit ihm als Winnetou im Freilufttheater Bad Segebrecht. Einmal Indianer, immer Indianer: so ist ihm gerade von Sat 1 eine Rolle als Comanchen-Häuptling angeboten worden.

Mit vielen Fragen löcherten bereits am Vormittag die Kinder der Heinz-Sielmann-Grundschule Crinitz Gojko Mitic. Zuvor waren sie begeistert den Abenteuern eines 12-Jährigen gefolgt, der sich in dem Defa-Film ,,Ritt zur Schule" in die Indianer-Welt träumt. Filmaufnahmen für die Indianerszenen zu Pferde seien damals im Kippengelände in der Nähe von Calau gedreht worden, erinnerte sich Gojko Mitic.

Am 25. Januar um Mitternacht berichtet der MDR in seiner Reihe Kino Royal vom Tag mit Mitic und Görner in Crinitz.