Glücklich zu sein ist selbstverständlich etwas rein Subjektives, jeder mag darunter etwas anderes verstehen. Doch es gibt Faktoren, die das persönliche Glücksgefühl, die eigene Zufriedenheit beeinflussen können. Arbeit, Gesundheit, Familie, die Freizeitgestaltung. "Glück tut gut", heißt es im inzwischen fünften Glücksatlas, der gestern in Berlin von der Post veröffentlicht wurde. Demnach sind die Deutschen wieder zufriedener geworden, vor allem im Norden. Trotz ungewisser Zeiten.

Ist die Stimmung besser als die Lage? Nein. Auf einer Skala von null bis zehn liegen die Deutschen jetzt bei 7,02. Im vergangenen Jahr betrug der Wert 7,0. Der Anstieg hat wohl damit zu tun, dass Deutschland in den letzten Jahren ziemlich gut durch die vielen Krisen gekommen ist. Ob Finanz- oder Eurokrise. Konkreter wird die Untersuchung aber nicht, für die Allensbach 5807 Menschen befragte. Angesichts der guten Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage müssten die Menschen hierzulande aber noch glücklicher sein als gemessen, heißt es in der Analyse. Sind sie aber nicht. In Europa der Glücklichen liegen sie nur auf Rang zehn. Das zufriedenste Land ist Dänemark vor Schweden und den Niederlanden, Schlusslichter sind Portugal, Bulgarien und Griechenland.

Gibt es eine regional unterschiedliche Verteilung des Glücks? Eindeutig ja. Es wohnt ganz weit oben im Norden: Schleswig-Holstein liegt im Ranking von 19 Regionen mit einem Wert von 7,36 Punkten erneut vorn. Inzwischen holt der Süden aber etwas auf: So hat sich Baden auf den zweiten Platz vor die Region Niedersachsen/Nordsee und Hamburg geschoben. Schlusslicht ist mit Mecklenburg-Vorpommern (6,67 Punkte) allerdings auch eine nördliche Region. Auf Rang 18 liegt Sachsen-Anhalt, davor rangieren Brandenburg und Thüringen sowie auf Platz 15 Sachsen.

Darüber hinaus haben die Experten festgestellt, dass sich Ost und West immer mehr angleichen. Der Abstand beträgt nur noch 0,15 Punkte. Die Westdeutschen haben demnach eine Lebenszufriedenheit von 7,05 Punkten. Im Osten liegt sie bei 6,90 Punkten. Grund dafür sei die gestiegene Kaufkraft im Osten.

Wie wichtig sind Arbeit und Familie? Wer Arbeit hat, ist glücklicher als der ohne. Auch wächst das Glücklichsein mit dem Bildungsniveau. Insgesamt sind die meisten Arbeitnehmer zufrieden mit ihrem Job. Allerdings wünschen sich 48 Prozent mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys ("Work-Life-Balance"). 69 Prozent gaben an, dass es heute schwieriger sei, eine Familie zu gründen. Um alles miteinander vereinbaren zu können, halten es 86 Prozent der Befragten für wichtig, mal eine Stunde früher zu gehen oder eine Stunde später zur Arbeit zu kommen. Vor allem die "Generation Y" (Jahrgänge 1977 bis 1998) schätzt es, im Beruf eigene Ideen verwirklichen zu können - jeder Dritte würde für ein ordentliches Gehaltsplus den Job wechseln.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Die Arbeitswelt verändert sich durch immer neue Techniken und Produkte - doch die Deutschen macht das nicht zwangsläufig unzufrieden. 55 Prozent der Befragten gaben an, die Digitalisierung habe ihren Berufsalltag eher erleichtert. Allerdings sind 53 Prozent genervt von der ständigen Erreichbarkeit für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte.

Weitere Informationen:

www.gluecksatlas.de