Die schlechte Nachricht zuerst: Freitags passieren tatsächlich besonders viele Unglücke, zumindest im deutschen Straßenverkehr. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, passieren in Deutschland freitags die meisten Verkehrsunfälle. Aber mit dem Mythos vom Freitag, den 13., hat das ganz und gar nichts zu tun. "Die Zahl ist am Freitag, den 13., definitiv nicht höher als an anderen Freitagen auch", erklärt Gerhard Kraski vom Statistischen Bundesamt. Vor allem das höhere Verkehrsaufkommen durch ins Wochenende startende Familien und Pendler sei eine Ursache für mehr Unfälle.

Doch was ist denn nun dran am Mythos vom Unglückstag? Einige Europäer, wie Spanier und Griechen, haben ihre Probleme mit einem Dienstag, den 13. - Italiener verkriechen sich hingegen im Bett, wenn der 17. eines Monats auf einen Freitag fällt (siehe "Abergläubige Südeuropäer").

Lausitzer lassen sich trauen

In der Lausitz schreckt das besondere Datum am vermeintlichen Pechtag nicht ab. Im Gegenteil, einige Paare wollen den heutigen Freitag in ganz besonderer Erinnerung behalten. Immerhin fünf Paare wollen sich schließlich beim Standesamt Cottbus das Ja-Wort geben. Im gemeinsamen Standesamt Lübbenau, Vetschau sind zwei zukünftige Ehepaare zur Trauung angemeldet. "Ein Paar feiert dann seinen Jahrestag und die anderen beiden haben sich extra diesen ungewöhnlichen Termin herausgesucht", erklärt Standesbeamtin Evelin Hening.

Auch in Bad Muskau im alten Schloss wird es heute drei Trauungen geben. "Obwohl der 13.9.2013 ja ein markantes und gut zu merkendes Datum ist, haben wir nur eine normale Zahl an Anmeldungen. Das liegt sicherlich daran, dass der Tag im Volksmund als Unglücks-Tag gilt", schätzt Standesbeamtin Liane Greiner.

Schornsteinfeger treffen

Der Mythos vom Freitag, den 13., begegnet heute auch besonders Schornsteinfeger Lars Böhrenz. Er ist Obermeister der Innung Cottbus und selbstständiger Schornsteinfeger. "Ein Freitag, der 13., ist schon ein besonderer Arbeitstag", sagt der 42- Jährige. Zum Glück komme es nicht besonders oft vor, dass dem Handwerker ein Knopf von der rabenschwarzen Dienstkleidung abgerissen wird. Ins Portemonnaie gesteckt, soll der besonders viel Glück bringen.

"Manche Menschen, die uns im Arbeitsalltag begegnen, berühren uns schon, weil sie den Aberglauben kennen, dass das Glück bringt", schildert Böhrenz. Das ein Kunde extra einen Termin am Freitag, den 13., vereinbart, hat der Schornsteinfeger in seiner über 20-jährigen Karriere aber noch nicht erlebt. "Ich habe zwar schon das Gefühl, dass sich die Menschen besonders freuen uns zu sehen. Aber das liegt wohl eher daran, dass sich viele gern von dem Mythos unterhalten lassen", ergänzt der Glücksbringer.

Laut einer Umfrage glaubt etwa jeder Vierte Deutsche an den Mythos. Anders wäre wohl auch nicht zu erklären, dass es zum Beispiel in einem Burger Hotel kein Zimmer mit der Nummer 13 gibt. Egal ob Sie sich heute also Salz über die Schulter streuen, ein Kleeblatt suchen, einen Schornsteinfeger berühren oder heimlich ein Hufeisen in der Arbeitstasche verstecken. Mit dem linken Fuß sollten Sie besser nicht zuerst aus dem Bett steigen, oder sind Sie das etwa schon?

Zum Thema:
Die Zahl 13 gilt schon seit einigen Jahrhunderten als Unglückszahl. Sie wird mit Chaos verbunden, da sie auf die ausgewogene 12 folgt, die für die zwölf Monate und den Zwölf-Stunden-Rhythmus steht. Im Christentum brachte der Tag oft nicht Gutes: Angeblich haben Adam und Eva an einem Freitag in den Apfel gebissen und die Römer sollen Jesus Christus ans Kreuz geschlagen haben. Noch in den 1930er-Jahren waren der Tag und die 13 mit eigenen Bedeutungen verknüpft, in den 1950er-Jahren tauchte die negative Kombination auf.