. Wasserspiele vor dem Film, Logen mit Kellnerservice und der Charme der 50er-Jahre: Das Berliner Traditionskino Zoo Palast wird am heutigen Mittwoch wiedereröffnet. Der 1957 erbaute Filmpalast wurde denkmalgerecht saniert und gleichzeitig mit modernster Technik ausgestattet. Ziel sei es gewesen, die Tradition und Seele des Kinos zu erhalten, sagt Betreiber Hans-Joachim Flebbe, Gründer und ehemaliger Vorstand der Cinemaxx-Kinokette. Künftig wird der Zoo Palast zwischen Gedächtniskirche und Bahnhof Zoo auch wieder Berlinale-Kino sein.

In der langen Geschichte des Kinos schritten dort schon Stars wie Romy Schneider, Errol Flynn, Gina Lollobrigida, James Stewart, Jean-Paul Belmondo, Heinz Rühmann und Sophia Loren über den roten Teppich. Zur ersten Promi-Premiere im frisch restaurierten Filmpalast wird am 11. Dezember Hollywoodschauspieler Ben Stiller mit seiner Komödie "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" erwartet.

Die typische Fliesenfassade des Baus von Kino-Architekt Gerhard Fritsche (1916-1965) wurde ebenso erhalten wie der Li noleumboden im denkmalgeschützten Foyer. Im bis zu 850 Plätze umfassenden Großen Saal wurden Original-Hölzer wiederverwendet. Die Wandbespannung ist ebenso wie der dunkelrote Prachtvorhang aus Samt in dunklem Rot gehalten. Daneben gibt es neben zwei weiteren Vorhängen als Spezialeffekt einen Wasservorhang.

In Norwegen gefertigte, zweifarbige Ledersessel sorgen ebenso für Komfort wie Bedienungsservice in den Logen. "Wir wollten das Kino zelebrieren", so Flebbe. Filme können im Zoo Palast in sieben Kinos mit insgesamt 1650 Plätzen geschaut werden. Flebbe will vor allem anspruchsvolle Unterhaltungs- und Familienfilme zeigen. Und: Popcorn wird es zwar auch im neuen Zoo Palast geben, aber keine Käse-Nachos.