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| 01:30 Uhr

Gewerbeflächen unterm Hammer

Senftenberg. Die fünf Städte des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz (RWK) wollen auf Europas größter Immobilienmesse in München Gewerbegrundstücke verkaufen. Sie gehen mit insgesamt 30 Industrie- und Gewerbegebieten und unge- fähr 400 Hektar Gesamtfläche ins Rennen. Bisher einmalig ist die Versteigerung von Ansiedlungsarealen. Von Manfred Feller

Senftenbergs Wirtschaftsförderer Frank Neubert, Hauptorganisator der Präsentation der Wachstumskernstädte Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg, ist sich sicher, dass er nach den drei Tagen auf der Messe Expo Real 2010 in München nicht mit leeren Händen nach Hause fahren wird. “Wir sind bestens vorbereitet„, gibt er sich vor der Abfahrt am morgigen Sonntag siegessicher.

Die fünf Städte präsentieren sich an einem Gemeinschaftsstand der Energieregion Lausitz mit Cottbus, den südlichen Landkreisen Brandenburgs und der LMBV. Sie alle wollen um Investoren werben und in erster Linie Gewerbegrundstücke verkaufen. Die Kosten der Messeteilnahme der Kommunen werden zu 80 Prozent vom Land getragen. Die Messe im vorigen Jahr habe man sich wegen der Krise und des allgemein verhaltenen Interesses gespart.

Drei Sparten spielen bei der Immobilienmesse in der bayrischen Landeshauptstadt die Hauptrolle:

1. Investitionen in Wohnen und Handel. - Der RWK bietet hier unter anderem die ehemalige Realschule in Senftenberg an.

2. Investitionen in den Tourismus. - Offeriert wird der gewerbliche Teil des Senftenberger Stadthafens. Gewerbeflächen an den Lausitzer Seen stehen noch nicht zur Verfügung.

3. Freie Gewerbegebietsflächen. - Hier erhofft sich der RWK zahlreiche Interessenten. Nicht nur die fünf Städte sind mit ihren Angeboten vertreten, sondern auch die Gemeinde Schipkau. Die Palette reicht vom Lausitz-Flugplatz Finsterwalde mit 1,2 Hektar freier Fläche über das Industriegebiet Lauchhammer-Süd mit noch 52 Hektar nutzbarem Baugebiet bis zum Industriepark Marga in Senftenberg/Brieske mit 38,9 Hektar freier Besiedlungsfläche. Für Großinvestoren wird der Sonderlandeplatz Schwarzheide/Schipkau mit annähernd 100 Hektar aus der Schublade gezogen.

Alle fünf Städte schicken ausführliches eigenes Präsentationsmaterial nach München und präsentieren sich zudem als innovativer Wachstumskern mit mehreren herausragenden Branchen.

Die Münchner Immobilienmesse ist nach den Worten von Frank Neubert “keine normale Schlenderschau für Prospektsammler„. Potenzielle Investoren entsenden dorthin bei Eintrittspreisen von 250 Euro ihre Gebäude- und Flächeneinkäufer mit ernsten Absichten. Vor diesem Hintergrund erhofft sich der Wirtschaftsförderer großes Interesse für eine nach seinem Wissen bisher einmalige Aktion.

Frank Neubert wird für Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg Gewerbegrundstücke meistbietend versteigern. Die Mindestgebote bewegen sich zwischen zwölf Cent und zehn Euro je Quadratmeter. Allerdings sind einzelne Flächen wie in der Senftenberger Grünstraße darunter, die vom Grundwasseranstieg beeinflusst sind und deshalb nicht massiv bebaut werden können.

Zum Thema:
Der regionale Wachstumskern Westlausitz mit den Städten Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg tritt auf der Expo Real 2010 in München erstmals mit seinem neuen Logo an (rechts). Die Farben Grün, Blau, Schwarz seien beliebig gewählt, können aber auch symbolisch für die Lausitzer Landschaft stehen. Der unregelmäßige zweigeteilte Umriss im Gegensatz zu den glatten Kanten des alten Logos mit den Farben Hellblau, Bau, Orange (l.) zeigt auf der einen Seite die zwei Landkreise Elbe-Elster und OSL und andererseits, dass die fünf Städte mittendrin weit in das Umland ausstrahlen.