Hunderttausende Menschen tanzten am Donnerstag in aller Welt gegen Gewalt, die gegen Frauen ausgeübt wird. In Finsterwalde waren es fünfzig Frauen und zwei Männer, die sich der öffentlichen Aktion anschlossen.

,,Es war eine emotionale Entscheidung, an dieser Aktion teilzunehmen, weil wir Geschichten von Betroffenen auch in unseren Reihen erfahren haben", erklärte Studioleiterin Andrea Eule.

Eine knappe Stunde lang sorgte Andrea Eule von den Rathaustreppen aus mit viel Power dafür, dass sich getanztes Selbstbewusstsein der Frauen öffentlich zeigte und damit auf ein Problem aufmerksam gemacht wurde, ,,das auch Frauen bei uns täglich ereilen kann", beschrieb die 68-jährige Doris Lieske ihre Motivation zum Mittanzen. ,,Ich habe selbst bisher keine Gewalt erfahren, aber es kann mir oder anderen Frauen täglich passieren. Deshalb sollte das öffentliche Bewusstsein weiter geschärft werden", ist die Finsterwalderin überzeugt, die sonst drei Mal pro Woche im Fitnessstudio P5 sportlich ihr Rückenleiden bekämpft.

Auch Elke Schmidt aus Lichterfeld ist überzeugt, dass die alltägliche Gewalt gegen Frauen, ob in der Öffentlichkeit oder in Familien, noch mehr als gesellschaftliches Problem bekämpft werden muss. Deshalb zeigten sich die Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt (SPD) und Caroline Steinmetzer-Mann (Linke) auch etwas enttäuscht, dass nicht noch mehr Frauen und Männer gekommen waren, ,,um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen", wie es Hackenschmidt formulierte.

Immerhin zwei junge Männer hatten sich mit Alexander Piske und Jonas Ebers aktiv unter die tanzenden Frauen gemischt, um ihre Solidarität zu zeigen. ,,Gemeinsam mit meiner Freundin zu tanzen, das wäre noch besser gewesen", erzählte Ebers, aber als Mitarbeiter im Projektbüro vom Naturparadies Grünhaus lebe er jetzt hier in der Region und wollte seiner Freundin auf diese Weise nahe sein.

Für die Tanzenden in Finsterwalde war die Stunde auf dem Marktplatz neben der sportlichen Herausforderung ein sinnvolles Zeichen gegen Gewalt an Frauen. ,,Vielleicht werden es ja im nächsten Jahr noch mehr Tänzer", bleibt Andrea Eule optimistisch.