Wer häufiger sogenannte Lebensmittelpräparate zu sich nimmt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen, gehört zu einer wachsenden Gruppe.

Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann schlucken diese mittlerweile regelmäßig. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) boomt der Markt der Vitamin-Präparate und die Bundesbürger geben jährlich rund 900 Millionen Euro für die kleinen Helfer aus.

Dabei muss das gar nicht sein, Experten wie Antje Gahl von der DGE raten vom Verzehr sogar ab. "Gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel", erklärt sie. Schließlich können alle wichtigen Vitamine ganz einfach durch eine Vielzahl von Lebensmitteln aufgenommen werden, und genauso verhält es sich mit wichtigen Spurenelementen, Mineralstoffen und Fett- sowie Aminosäuren.

Beim Biss in einen Apfel nimmt man sofort mehr als 30 verschiedene Vitamine und gesunde Beistoffe auf, mehr als jedes künstliche Präparat liefern kann. Zu dem kommt es bei den Präparaten häufig vor das die Vitamine fehlerhaft dosiert sind. Das belegt eine Studie der Verbraucherzentrale Hamburg. Demnach entsprachen nur sechs von 60 getesteten Präparaten der Norm, alle anderen überschritten die Werte des Bundesinstituts für Risikobewertung und können somit sogar schädlich für die Gesundheit sein.

Ein Beispiel: Wird zu viel Vitamin A eingenommen, so drohen Vergiftungserscheinungen und Leberschäden. Eine Überdosis an Vitamin B1 kann hingegen Schweißausbrüche und Hautausschläge bei den Betroffenen auslösen. Die beliebten Vitamine C und D können in zu hoher Konzentration ungesund sein und die Nieren schädigen. Es ist also nicht nur wichtig darauf zu achten, genügend Vitamine und Nährstoffe zu sich zu nehmen, sondern sich auch vor einer Überdosierung zu schützen.

Eine ausgewogene Ernährung ist mit den in Deutschland angeboten Lebensmitteln sehr einfach möglich und bei normaler Ernährung auch gegeben. Eine Überdosierung von Vitaminen ist durch normale Ernährung hingegen kaum möglich. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nur in Ausnahmefällen eingenommen werden.

Zum Thema:
Gesund ohne Pillen - das ist möglich. Trotzdem gibt es bestimmte Situationen, in denen sich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln lohnt. So bekommen Säuglinge ab der zweiten Woche Vitamin-D-Präparate, um einer Knochenerweichung vorzubeugen. Auch Diabetiker dürfen häufiger zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Sie haben häufig einen Vitamin-C- und Vitamin-D-Mangel, der durch zusätzliche Präparate gedeckt werden kann. Ähnlich verhält es sich bei Herzpatienten. Um die Gefäße zu schützen, sollten diese möglichst viele C- und E Vitamine zu sich nehmen. Schwangere Frauen haben natürlich auch einen erhöhten Bedarf an Biostoffen - häufig sogar den Doppelten. Statt hier selbstständig nach Präparaten zu suchen, müssen sie dies aber mit ihrem Arzt absprechen.