Man muss sich nicht immer mit Worten verstehen. Manchmal können Bilder viel besser sprechen. Das finden gerade 20 Künstler aus Deutschland und Polen beim deutsch-polnischen Künstler-Pleinair in Grießen heraus. "Wir sprechen manchmal mit ein paar Brocken Englisch oder Deutsch und ansonsten mit Hand und Fuß", so Agnieszka Kujawa-Bartosik. Die Künstlerin aus Zielona Gora, die in Poznan Malerei studiert hat, hatte bereits eine Ausstellung bei den Lausitzer Wasserwerken in Cottbus. "Politik spielt eher keine Rolle. Wenn, dann versucht man eher Parallelen zu finden", so Agnieszka Kujawa-Bartosik.

Das Pleinair, was so viel wie Freiluftmalen bedeutet, findet zum ersten Mal im Spree-Neiße-Kreis statt. "Es gab bereits zwei auf der polnischen Seite. Jetzt waren wir mal dran", so Jana Handrischek, Beauftragte für grenzübergreifende Zusammenarbeit des Landkreises Spree-Neiße. Rund 17 000 Euro kostet das zweiwöchige Projekt. "Davon zahlt der Landkreis zwischen 2000 und 3000 Euro. Der Rest sind Fördergelder", so Handrischek. Doch das Treffen soll nicht ohne Resultate bleiben. "Im Anschluss hoffen wir, dass die Künstler füreinander Ausstellungen organisieren und weiter in Kontakt bleiben", so die Partnerschaftsbeauftragte.

Zumindest eine konkrete Ausstellung ist bereits nächste Woche geplant. Noch bis zum Donnerstag malen die Künstler. Danach sollen die besten Werke von einer Jury ausgewählt und am Freitagabend auf einer Vernissage in Grießen präsentiert werden.

Am Dienstag und Mittwoch haben die Künstler bereits Ausflüge nach Cottbus und in den Spreewald unternommen. "Dort wurden sehr viele Fotos gemacht", berichtet die Katrin Berndt aus Lichterfeld (Elbe-Elster-Kreis). "Jetzt setzt jeder der Künstler etwas um, was er dort gesehen hat."

Einige der deutschen Künstler beim Treffen kennen sich dabei schon viele Jahre. "Aber auch mit den Polen bestehen teilweise schon länger Kontakte. Auch durch die Musik wird viel passieren", so Katrin Berndt. Am Freitagabend spielte eine polnische Band.

"Am Sonntag wollen wir gemeinsam kochen. Da kommen auch von den anderen Künstlern aus Deutschland und Polen noch einzelne Familienmitglieder." Gekocht werden soll jeweils ein deutsches und ein polnisches Gericht. "Es wird aber wegen des Wetters sicher nichts schweres", vermutet die Künstlerin. Das Wetter ist denn auch der größte Feind des Pleinairs in Grießen. "Es ist so warm, dass die meisten lieber drinnen als draußen malen."