Im Spree-Neiße-Kreis sind vor allem Flächen im ehemaligen Tagebau Greifenhain betroffen. Das Betretungsverbot auf den Kippenflächen kann im Falle eines Waldbrandes zum Problem werden, denn die Sperrung gilt auch für die Löschmannschaften der Feuerwehr.

„Ich sehe dort ein echtes Katastrophenpotenzial“, warnt Siegfried Lüdecke, Leiter des Landesbetriebes Forst Peitz. Im Falle eines Waldbrandes könne das Feuer kaum eingegrenzt werden. „Im schlimmsten Fall könnte es sich bis nach OSL und hinunter nach Kamenz ausbreiten“, so Lüdecke. Der auf den ehemaligen Tagebauflächen vorhandene Baubestand aus über 20 Jahre alten Kiefern biete dem Feuer ideale Nahrung. Das erhöhe das Risiko zusätzlich, gab Lüdecke zu bedenken.

Er sieht noch ein weiteres Problem: „Zwar liegen die Löschwasserentnahmestellen außerhalb der Sperrbereiche. Aber sie sind nur über Sackgassen zu erreichen.“ Wolfhard Kätzmer, Kreisbrandmeister in Spree-Neiße sieht darin eine Gefahr für die Einsatzkräfte. „Wenn es nur eine Zufahrt zu den Entnahmestellen gibt, besteht das Risiko, dass die Löschfahrzeuge beim Auftanken vom Feuer eingeschlossen werden“, sagte er. Deshalb müsse geprüft werden, ob die Zufahrten verbessert und Rundwege zu den Löschwasserentnahmestellen angelegt werden können.

Da die Möglichkeiten der Einsatzkräfte auf dem schwierigen Terrain begrenzt sind, gelte es nach einer Alternative zu suchen, fordert Kätzmer: „Es muss geklärt werden, ob dort nicht die Waldbrandbekämpfung aus der Luft erfolgen kann.“ Diese Frage müsse jedoch von der Landesregierung geklärt werden. Die Arbeitsgemeinschaft „Schutz der Wälder“ will das Land auf das Problem des Brandschutzes auf den gesperrten Kippenflächen aufmerksam machen.