Von 19 bis 24 Uhr haben die Besucher der Nacht der kreativen Köpfe Gelegenheit, hinter die Kulissen verschiedener Institutionen und Unternehmen der Stadt zu schauen, zu experimentieren und sich auszuprobieren. Weil das diesjährige Thema "Baukultur" heißt, gibt's eine Menge Wissenswertes über Architektur zu erfahren.

So kann man etwa im Probenzentrum in der Lausitzer Straße nachvollziehen, wie in einer ehemaligen Kraftfahrzeughalle für Militärtechnik eine Künstlerschmiede mit modernen Probenräumen für Chor, Schauspiel und Tanz entstand, im Max-Steenbeck-Gymnasium hören, wie aus einem alten Plattenbau ein "Energie-Passivhaus" wurde, und in der Lutherkirche durch Projektion und Farbspiel sehen, wie sie sich im Laufe der Jahrzehnte architektonisch verändert hat.

Ein ehemaliges Gefängnis bei Nacht erkunden kann man in der Gedenkstätte Zuchthaus. Die Verantwortlichen vom Menschenrechtszentrum möchten hier zum Nachdenken anregen - über Vergangenheit und Gegenwart dieses besonderen Ortes in Cottbus.

Im Kinosaal erhalten die Gäste Einblicke in 150 Jahre Gefängnis architektur. In vier rekonstruierten Musterzellen können sie sich über Haftbedingungen und Gefängnisbetrieb zu DDR-Zeiten informieren. Siegmar Faust, Schriftsteller und selbst ehemaliger politischer Häftling im Zuchthaus Cottbus, berichtet als Zeitzeuge von den Zuständen in Arrestzellen im Keller. Außerdem soll zur Erinnerung an die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze ein Mahnmal entstehen.

Auch die BTU ist als Veranstaltungsort wieder mit dabei. Auf dem Campus Cottbus-Sachsendorf werden die schwimmenden Bauten des Lausitzer Seenlandes vorgestellt, und am Beispiel der Grundschule Drebkau wird demonstriert, wie Sanierung im Einklang mit Denkmalschutz und -pflege ablaufen kann. Die Fakultät für Bauen lädt im Rahmen einer "Tunnel-Wanderung" zu einer Reise zum Mittelpunkt der Erde ein. Dabei werden Gesteinsarten im wahrsten Sinne beleuchtet - ausgestattet mit einer Taschenlampe kann man erkunden, was in der Tiefe aus dem Erdboden wird. Außerdem kann man deutsch-polnischer Poesie lauschen. Studierende der Fachhochschule Gorzow Wielkopolski und der BTU lesen Gedichte der Literatur-Nobelpreisträgerin Wis{lstrok}wa Szymborska.

Dass es an diesem Abend nicht ausschließlich nur um Baukultur geht, lassen unter anderem auch die Stationen in Staatstheater, Konservatorium und rbb Studio erahnen. Schauspiel-, Musik- und Medien-Begeisterte kommen hier auf ihre Kosten.

Und auch wer sich einfach umschauen und das nächtliche Treiben auf sich wirken lassen möchte, kann dies an den verschiedenen Orten. Viele Veranstalter warten mit Getränken und verschiedenen Gerichten auf die Nachtschwärmer. Streckenplan und Fahrzeiten des Bus-Shuttles sowie das vollständige Programm findet man im Internet und im Programmheft. Karten gibt es im Vorverkauf für zehn Euro, ermäßigt acht Euro an allen CTS-Vorverkaufsstellen. Die Familienkarte kostet 25 Euro.