Manche Familien unternehmen gerne Ausflüge in den Freizeitpark. In „Monster Slaughter“ sind die Familien jedoch Zombies, Psychopathen, Werwölfe oder Vampire. Und die töten bei Familienausflügen am liebsten Menschen, die Partys in verlassenen Waldhütten machen.

Doch so wie sich normale Familien über andere Leute im Freizeitpark aufregen, hassen es Monsterfamilien total den Mords Spaß beim töten mit anderen Monstern teilen zu müssen.

Darum geht’s in Monster Slaughter

In Monster Slaughter spielt jeder Spieler eine Monsterfamilie bestehend aus Vater, Mutter, Kind.

Familie Golem. Nur eine von insgesamt 7 Monsterfamilien in „Monster Slaughter“. Zu jeder Miniatur gibt es auch noch eine Charakterkarte.
© Foto: Marcus Scheib|LR-Med
Die Augen der Monster leuchten vor Freude als sie feststellen, dass die alte, verlassene Waldhütte nebenan vor feierwütigen Studenten wimmelt. Heimlich werden Pläne geschmiedet, welche Person wohl wann umgebracht wird. Wie einfach wäre es, diese Ideen umzusetzen, wenn in der Hütte nicht noch andere Monsterfamilien wären, die ihre ganz eigenen Ziele haben.

So versucht jede Familie ihre eigenen, mörderischen Pläne in die Tat umzusetzen und die anderen Familien genau daran zu hindern.

Die Monsterfamilie, die am Ende des Spiels ihren geheimen Plan am besten erfüllt hat und die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.

So wird Monster Slaughter gespielt

Vor dem Start des Spiels muss das riesige Spielfeld aufgebaut werden. Dazu legen die Spieler alle Karten auf die vorgesehenen Plätze und bauen die Hütte zusammen.
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Zu Beginn des Spieles wird das Spielfeld und die Holzhütte aufgebaut. Danach wählt jeder Spieler seine Monsterfamilie. Die Auswahl ist groß. Denn obwohl Monster Slaughter nur für bis zu 5 Personen gedacht ist, sind im Lieferumfang 7 Monsterarten enthalten. Jede Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind. Zusätzlich zu den Figuren bekommen die Spieler Charakterkarten für ihre Monster. Auf den Karten stehen die Anzahl der Aktionen einer Figur, mit wie vielen Würfeln sie würfeln darf, wie weit sie sich bewegen kann und welche Spezialfähigkeit sie besitzt.

Hat jeder Spieler eine Familie gewählt, werden die Kartenstapel für die einzelnen Räume vorbereitet und zufällig die Charakterkarte eines Studenten auf jeden Raum gelegt.

Familie Werwolf vermutet, dass Leika als erste Studentin stirbt. Zusätzlich ist sich der Spieler sicher, dass er die Studentin selbst umbringen wird. Deshalb legt er den Zielmarker zu Leika. Die Pläne der Familien werden geheim geschmiedet.
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Jetzt ist es an der Zeit Pläne zu schmieden! Dazu besitzt jeder Spieler, Marker mit den Gesichtern der Studenten. Nun gilt es zu überlegen in welcher Reihenfolge die Studenten getötet werden könnten. Wird zuerst die beliebte Britney sterben oder doch der sportliche Bob? Mit einem Zielmarker bestimmen die Spieler zudem einen Studenten, den sie persönlich umbringen wollen. Klingt makaber? Ist es auch!

Monster Slaughter wird über 9 Runden gespielt.
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Monster Slaughter wird in 9 Runden gespielt. Zu Beginn einer Runde wird der Mondmarker auf der Zeitleiste um eine Stunde vor bewegt und eine Ereigniskarte aufgedeckt. Die Ereigniskarten enthalten Sonderregeln für die Runden.

Jetzt ist der erste Spieler an der Reihe. Er wählt den Charakter, den er in dieser Runde ausspielen möchte und legt dessen Charakterkarte offen vor sich auf den Tisch. Je nach Figur hat er 2 bis 3 Aktionen und eine Freibewegung, die er spielen kann. Folgende 6 Aktionsarten stehen zur Auswahl:

Bewegen: Wie auch bei der Freibewegung kann sich ein Spieler mit dieser Aktion 2 Felder weit bewegen.

Nachsehen: Ein Monster kann durch ein Fenster oder eine Tür in ein Zimmer gucken. Dazu dreht es die oberste Karte des Zimmerstapels um. So können die Monster zu Beginn erfahren, welcher Student in welchem Raum ist. Befindet sich ein Monster bereits in einem Raum, kann es ebenfalls die Aktion „Nachsehen“ spielen.

Ein Spieler sieht im Wohnzimmer nach. Dazu sieht er sich geheim die oberste Karte des Wohnzimmer-Kartenstapels an. Die Mitspieler dürfen die Karte nicht sehen.
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Tür oder Blockade aufbrechen: Ein Monster kann keine Türklinke benutzen. Aber es kann die Tür zerstören. Um das zu machen, muss der Spieler mit seinen Würfeln einen Erfolg erwürfeln. Bei einer Blockade sind es sogar zwei. Hat das Monster die Tür zerstört, nimmt der Spieler die Tür aus der Hütte und legt sie neben sich. Die Tür ist am Ende des Spiels einen Punkt wert.

Um eine Tür zu öffnen, muss der Spieler mindestens einen Erfolg erwürfeln. Schafft er das, zerschlägt das Monster die Tür und betritt den Raum. Der Student im Raum versteckt sich. Die Charakterkarte des Studenten wird in den Kartenstapel des Raums gemischt.
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Achtung: Zerstört ein Monster eine Tür, erschrickt sich der Student, der sich im Raum befindet. Spielerisch ist das so umgesetzt, dass der Kartenstapel des Raums mit der Charakterkarte des Students gemischt wird. Der Student befindet sich nun nicht mehr oben im Kartenstapel, sondern irgendwo dazwischen.

Zimmer durchsuchen: Ist ein Monster in einem Zimmer, kann es den Raum durchsuchen. Hierfür nimmt es seine Würfel. Für jede Tatze, die der Spieler würfelt, darf er eine Karte vom Kartenstapel des Raumes ziehen. Ein Monster kann so in einem Raum Gegenstände finden, die es später nutzen kann, in Fallen tappen oder den Student im Raum finden. Findet ein Monster einen Studenten, wird die Karte zur Seite gelegt und die Figur des Studenten wird in das Zimmer gesetzt. Der Student ist nun für alle Monster sichtbar und kann angegriffen werden.

Papa Werwolf hat beim Raum durchsuchen im Wohnzimmer 3 Erfolge gewürfelt (Erfolge werden durch Tatzen, Misserfolge durch ein X dargestellt). Der Spieler kann deshalb die obersten 3 Karten des Wohnzimmer-Kartenstapels ziehen. Er erhält eine Aktion, einen Gegenstand und findet die Studentin Leika.
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Opfer erschrecken: Da jede Monsterfamilie eigene Pläne hat, wann ein Student sterben soll, macht es oft Sinn nicht einfach dabei zuzusehen, wie andere Familien ihre Opfer angreifen. Eine Möglichkeit, um den Gegnern die Tour zu vermasseln, ist es, die Studenten zu erschrecken. Durch das Erschrecken werden die Studenten aus einem Raum an einen anderen Ort gejagt und verstecken sich dort wieder. Um ein Opfer zu erschrecken, muss der Spieler seine Würfel würfeln. Für jede Tatze darf er das Opfer um einen Raum versetzen. Anschließend wird die Karte des Studenten wieder in den Kartenstapel des Raumes sortiert. Der Student ist nun versteckt und seine Figur steht nicht mehr auf dem Spielfeld.

Papa Psychopath befindet sich mit Leika in einem Raum. Die Werwolf-Mutti findet das gar nicht gut und erschrickt Leika in dem sie an der Häuserwand kratzt. Die Mutti hat 2 Erfolge gewürfelt. Der Spieler kann deshalb Leika um bis zu zwei Räume bewegen. Jedoch nicht in das gleiche Zimmer mit der Wolfsmutti. Der Spieler bewegt Leika deshalb zum Werwolf-Vater in das Wohnzimmer.
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Angreifen: Die Monster in Monster Slaughter erschrecken nicht nur, sie greifen die Studenten auch gerne an. Um ein Opfer anzugreifen, muss sich das Monster im selben Raum befinden. Der Student darf nicht versteckt sein. Der aktive Spieler kündigt an, welche Person er angreifen möchte. Natürlich kann es sein, dass ein anderer Mitspieler mächtig was dagegen hat. In diesem Fall kann der Mitspieler dem Opfer helfen. Hierfür nutzt er die Gegenstände, die er beim durchsuchen der Räume gefunden hat. Auf den Gegenständen ist eine Anzahl an Würfeln abgebildet. Diese Anzahl an Würfeln darf der Mitspieler nutzen, um den Studenten zu beschützen.

Das Psychopathen-Kind versucht Bob anzugreifen. Bob wird jedoch von einem Spieler mit einer Gegenstandskarte unterstützt. Deshalb darf Bob zwei Würfel würfeln. Bob hat zwei Erfolge. Das Kind darf ebenfalls 2 Würfel würfeln, erzielt jedoch nur einen Erfolg. Da Bob mehr Erfolge hat, gewinnt er und wirft das Kind aus dem Raum.
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Das angreifende Monster würfelt seine Würfel. Für jede Tatze kann er dem Studenten einen Schaden zufügen. Wird der Student jedoch beschützt, würfelt der Mitspieler für den Studenten. Für jeden Erfolg, kann das Opfer einen Schaden vermeiden. Hat der Student mehr Erfolge, als das angreifende Monster, wirft er das Monster aus dem Raum. Hat jedoch das Monster mehr Erfolge als der Student, fügt er dem Opfer Schaden in Höhe seiner Erfolge zu. Für jeden Schaden, den ein Spieler einem Studenten zufügt, darf er sich einen Fleischmarker aus dem Vorrat nehmen. Tötet er den Studenten, erhält er zusätzlich einen Knochenmarker. Wurde ein Opfer getötet, decken alle Spieler das Plättchen mit dem Studenten auf ihrer Planleiste auf. Jeder Spieler bei dem das Opfer an der richtigen Stelle liegt, erhält einen Gehirnmarker.

Britney hat trotz Unterstützung den Kampf gegen Papa-Mumie verloren. Der Papa fügt Britney 3 Schaden zu. Er bekommt deshalb 3 Fleisch-Marker mit einem Punktewert von 2. Zusätzlich erhält er einen Knochenmarker mit 2 Punkten. Die Mumien haben getippt, das Britney als erste Stirbt. Sie hatten recht und erhalten deshalb zusätzlich einen 3 Punkte Gehirnmarker. Da die Mumien von Anfang an planten Britney selbst umzubringen, bekommen Sie auch noch einen 5 Punkte-Zielmarker. Insgesamt erhalten die Mumien 16 Punkte.
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Jede Runde kann ein Spieler eines der 3 Monster seiner Familie aktivieren. Wurde ein Monster bereits verwendet, kann es erst wieder genutzt werden, wenn auch die anderen Familienmitglieder an der Reihe waren. Dieser Spielkniffel ist sehr clever, da jedes Familienmitglied unterschiedliche Stärken hat. Während die Kinder mehr Aktionen pro Runde zur Verfügung haben, können die Väter beispielsweise mit mehr Würfeln spielen.

Das Spiel endet nach 9 Runden oder wenn der letzte Student sein Leben lassen musste. Am Ende werden die Punkte zusammengezählt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Unser Fazit zu Monster Slaughter

Allein vom Material her ist Monster Slaughter ein richtiges Schwergewicht! Die Spielbox ist riesig und prall gefüllt mit Spielmaterialien. Freunde von aufwändig gestalteten Spielfiguren werden dieses Spiel zu schätzen wissen. Es gibt 21 detaillierte Monster-Miniaturen. Dazu kommen 5 Studenten und 5 weitere Figuren, die in späteren Szenarien verwendet werden.

Insgesamt 31 Miniaturen befinden sich in der riesigen Monster Slaughter-Box
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Die untere Seite der Spielschachtel bildet das Holzhaus. Weitere Spielmaterialien sind Wände, die in die Holzhütte eingezogen werden können, 4 große Gartenteile, ein Geräteschuppen, der in späteren Szenarien auftaucht, Würfel, tonnenweise Marker und zahlreiche Karten. Für den Aufbau des Spieles wird reichlich Platz benötigt.

Obwohl Monster Slaughter einiges an Spielmaterial mitbringt, ist es kein mehrstündiges Spieleepos wie etwa „Villen des Wahnsinns“. Eine Runde lässt sich bereits unter einer Stunde spielen. Dafür ist der Wiederspielwert sehr hoch. Immerhin gibt es 7 Monsterfamilien zu entdecken, die alle unterschiedliche Eigenheiten haben. 5 „Klopf-Klopf“-Gäste können ebenfalls verwendet werden. Ein Heft mit unterschiedlichen Szenarien sorgt für weitere witzige Spielrunden.

Sind die ersten Partien Monster Slaughter gut gelaufen? Dann können die Spieler die „Klopf-Klopf“-Karte mit ins Spiel bringen. Hierdurch kommen weitere Gäste zum Spiel dazu.
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Fans amerikanischer Grusel- und Actionfilme der 80er und 90er Jahre werden Monster Slaughter lieben. Indianer Jones hat in diesem Spiel ebenso seinen Auftritt, wie der verrückte Professor aus „Zurück in die Zukunft“. Ein „Ghost Buster“ ist natürlich auch mit von der Partie. Die Monsterfiguren bedienen die klassischen Genre-Lieblinge. Vampire, Werwölfe, Psychopathen, Mumien, Aliens, Golems und Zombies sind alle dabei.

Aber auch die Studenten erinnern an die Stereotypen amerikanischer Filme. Da ist Bob, der Superstar der Football-Mannschaft. Britney, die Cheerleaderin, Kam, der lockere Kiffer, das Nerdmädchen Laika und der einfallsreiche Tom. Jeder Student hat zu seinem Charakter passende Eigenschaften und kann sich unterschiedlich gegen die Monster zur Wehr setzen.

Monster Slaughter ist ein Spiel gemacht von Fans der amerikanischen Popkultur. Das merkt man bei der Wahl der Charaktere, dem Spieldesign, dem Material und den Spielmechaniken. Alles ist voller Querverweise zu Filmen, Serien und Romanen.

Wer jedoch weder was mit Amitrash anfangen kann, noch mit der makaberen Situation als Monster Studenten zu töten, wird es mit „Monster Slaughter“ schwer haben.

Papa-Psychopath kämpft gegen Kam. Wer wird aus der Schlacht in der Badewanne als Gewinner hervor gehen?
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Obwohl Monster Slaughter ein witziges Würfel-Stänker-Spiel wie „King of Tokyo“ ist, sollte die Spielgruppe sich Zeit für eine erste Einführungsrunde nehmen. Die verschiedenen Spielmechaniken und Auswirkungen lassen sich am besten in einer Proberunde erlernen. Obwohl die Regeln sehr gut beschrieben sind, ist das Spiel komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt.

Durch das Thema des Spiels, der Komplexität und einem Preis ab 72 € richtet sich Monster Slaughter an eine sehr spitze Zielgruppe. Wer sich jedoch in diesem Fazit wiederfindet und mindestens einen Mitspieler kennt der ähnlich gestrickt ist, wird mit Monster Slaughter sehr, sehr glücklich werden.

Kurze Fakten zu „Monster Slaughter“

Spieleranzahl 2 – 5 Spieler
Altersempfehlung ab 14 Jahren
Spielzeit 45 - 60 Minuten
Spielverlag ankama (Vertrieb Boardgame Box)
Spielautor Henri Molliné
Genre Horror-Taktikspiel

Das hat uns an "Monster Slaughter" gefallen

Sehr schönes und hochwertiges Spielmaterial
Viele popkulturelle Querverweise zum Amitrash der 80er und 90er Jahre
Die klassischen Horrorfilmsituationen wurden geschickt in Spielmechaniken umgewandelt
Zusätzliche Spielmaterialien uns Szenarien um das Spiel in späteren Partien vielfältiger zu machen.
Sehr verständliche Spielregeln

Das könnte noch besser sein:

Der Preis von etwa 70 € ist gerechtfertigt aber dennoch hoch. Eine Variante mit abgespeckten Spielmaterial würde das Spiel einigen Spielgruppen zugänglicher machen.

Gesamtauswertung:

Wie komplex ist das Spiel
7/10 Einführungsrunde nötig
Wie verständlich sind die Regeln
9/10 Sehr gut erklärt
Wie gut ist das Spielmaterial
10/10 Sehr gut
Wie Familientauglich ist das Spiel
5/10 Ab 14
Wie ist das Preis-Leistung verhältnis?
7/10, teuer aber gut
So gut fanden wir das Spiel
9/10, Sehr gut

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.