In “Masmorra – Dungeons von Arcadia” kämpft eine Gruppe von Helden darum Masmorra von Monstern zu befreien. Doch statt gemeinsam an einem Strang zu ziehen, behindern sich die Spieler gegenseitig. Und das ist unglaublich witzig!

Darum geht´s in “Masmorra”

Masmorra ist der Name eines magischen Dungeons, der unter der Stadt Arcadia versteckt liegt.

Ursprünglich sollten in den verworrenen Gängen von Masmorra Helden ihre Tapferkeit unter Beweis stellen. Aber der böse Magier Malaphyas eroberte den Dungeon und verwandelte ihn in eine Höhle voller Monster. Es liegt nun an 5 Helden die Monster und den Bösewicht Malaphyas aus den Dungeon zu vertreiben.

“Masmorra – Dungeons von Arcadia” spielt im selben Universum wie “Arcadia Quest” und wurde zuerst in einer Kickstarter-Kampagne finanziert. Den deutschen Vertrieb übernahm Asmodee.

So wird “Masmorra - Dungeons von Arcadia” gespielt

Masmorra hat drei verschiedene Spielmodis. Ein Spielmodus ermöglicht den gemeinsamen, kooperativen Kampf gegen das Böse. In den anderen beiden Modis dürfen sich die Spieler gegenseitig die Monster an den Hals werfen.

Unsere Brettspielgruppe hat den Standard-Modus getestet. Alle Spieler spielen gegeneinander. Jeder Spieler versucht am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte zu haben.

Zu Beginn des Spiels stehen alle 5 Helden auf dem Startfeld. Viel mehr vom Dungeon sehen die Spieler am Anfang auch nicht. Denn die weiteren Räume und Fallen offenbaren sich den Spielern erst, wenn sie einen neuen Raum betreten.

Wenn ein Spieler seine Runde beginnt, wirft er 6 Aktionswürfel. Gefällt ihm sein Ergebnis nicht, kann er so viele Würfel wie er will noch einmal werfen. Die sechs möglichen Aktionen auf den Würfeln sind Bewegen, Fernkampf, Nahkampf, Blockieren, Heilen und Magie.

Mit der Bewegung kann ein Held durch bis zu zwei Räume gehen oder einen Raum neu betreten. Mit Fernkampf und Nahkampf kann ein Held einen Gegner angreifen. Doch Vorsicht – In einem Nahkampf schlagen die Gegner immer zurück. Die Rückschläge können jedoch mit der Blocken-Aktion verhindert werden. Mit dem Heiltrank kann sich ein Held heilen. Sollte eine Würfelaktion einmal nicht passen, kann der Spieler eine Magie-Aktion einsetzen, um einen Würfelwurf zu ändern.

Nicht immer weiß ein Spieler zu Beginn seines Zuges, welche Herausforderung ihn im nächsten Raum erwarten. Dabei hilft die Freie Bewegung, die jeder Spieler einmal je Runde hat. Somit kann der Spieler erst einen neuen Raum betreten und dann sich für eine Taktik mit seinen Würfeln entscheiden.

Sobald ein Spieler einen neuen Raum betritt, wird das oberste Dungeonteil an das bisherige Spielfeld angelegt. Symbole auf dem neuen Dungeonteil verraten, ob und welche Monster in dem Raum erscheinen und ob es einen Schatz zu entdecken gibt.

Der Held kann versuchen in seiner Runde möglichst viele Monster zu besiegen, Schätze zu entdecken oder Fallen zu entschärfen. Für jeden neu erkundeten Raum, jedes besiegte Monster, jede entschärfte Falle und jeden geöffneten Schatz, bekommt der Spieler Erfahrungspunkte.

Hat der Spieler durch seine neuen Erfahrungspunkte eine neue Zwischenstufe erreicht, bekommt er einen Levelaufstieg. Er kann sich nun ein neues Talent von seinen Talentkarten aussuchen.

Nachdem ein Spieler seine Heldenphase beendet hat, darf er in die Rolle der Monster schlüpfen. Er darf neue Monster auf das Spielfeld bringen oder bis zu zwei Monster bewegen und sie seinen Gegnern an den Hals jagen.

Hat ein Spieler 16 Erfahrungspunkte gesammelt, wird die aktuell laufende Runde zu Ende gespielt und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Unser Fazit zu “Masmorra - Dungeons von Arcadia”

Wer Masmorra in seine Spielesammlung aufnimmt, wird sich auf einige lustige Spieleabende freuen dürfen. Während unsere Partie noch friedlich begann, hatten sich am Ende einige Spieler in den Haaren. Fielen am Anfang noch Sätze wie “Schiebe doch das Monster zu mir. Das bringt Siegpunkte”, überwogen am Ende Sätze wie “Was soll denn das? Warum schiebt ihr die Monster alle auf mich???”. Der Konkurrenzkampf eskaliert und Schadenfreude, Wutanfall und Resignation kommen zum Vorschein. Situationen, die nur ein Spiel erwecken kann.

Neben den überkochenden Emotionen bietet Masmorra auch sehr ansprechendes und liebevoll gestaltetes Spielmaterial. Jeder Spieler bekommt zu seinem Charakter eine Miniatur, einen Heldenbogen, farblich passende Spielsteine und 2 Talentkarten. Jeder Charakter besitzt eigene Fähigkeiten. Durch die Talentkarten können diese Fähigkeiten sogar noch ausgebaut werden.

In Masmorra erwürfeln sich die Spieler ihre Gegner mit Monsterwürfeln. Ein cleverer Mechanismus. Jedoch haben die Würfel keinen guten Eindruck bei uns hinterlassen, da diese lediglich mit Aufklebern beklebt waren. Gemessen am restlichen, sehr hochwertigem, Spielmaterial wirkte das etwas billig.

Durch die zahlreichen Dungeonteile, die verschiedenen Talente der Helden und die drei verschiedenen Spielmodi, hat “Masmorra - Dungeons von Arcadia” einen sehr hohen Wiederspielwert. Die richtige Freude an diesem Spiel kommt jedoch erst in der 2. Partie auf.

Denn obwohl das Grundprinzip von Masmorra sehr schnell erklärt ist, gibt es einige Feinheiten und Sonderregeln zu beachten. Diese machen das Spiel zwar noch spaßiger, aber am Anfang auch schwerer. Mindestens ein Spieler sollte zu Beginn sehr regelfest sein und das Spiel gut erklären können. Die erste Runde dauerte bei uns entspannte drei Stunden. Von den normalen 20 – 45 Minuten waren wir noch weit weg. Wenn jedoch alle Spieler das Spielprinzip verinnerlicht haben, ist eine Spieldauer von einer Stunde realistisch.

Masmorra hinterlässt in unserer Spielgruppe einen guten Eindruck und wird bestimmt noch häufiger auf den Tisch kommen.

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.