Das Grundproblem kennen viele Familien, deren Kinder eine Rehabilitationsmaßnahme erhalten sollen. Das Sozialgericht Gießen hat jetzt eine Entscheidung getroffen, in der die Stellungnahme des Kinderarztes maßgeblich war, wie die Familienrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilen.

In dem Fall sollte ein achtjähriger Junge an einer Reha-Behandlung teilnehmen. Die Mutter wollte ihren Sohn gerne begleiten. Sie begründete dies damit, dass er sonst weitere gesundheitliche Probleme bekommen könnte. Ihr Kind habe starke Ängste und deswegen eine ambulante Psychotherapie begonnen. Der Kinderarzt hatte bescheinigt, dass der Kurerfolg bei Abwesenheit der Mutter gefährdet sei.

Die Rentenversicherung wollte die Kosten für die Unterbringung der Mutter dennoch nicht übernehmen. Dies sei nur bei Vorschulkindern und in Ausnahmen möglich, etwa bei schwerstbehinderten Kindern. Vor Gericht hatte die Mutter jedoch Erfolg. Medizinische Gründe reichten aus, um die Unterbringung einer Begleitperson zu ermöglichen, so die Richter. Der Stellungnahme des Kinderarztes komme besonderes Gewicht zu, da er als Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde auch über besondere Sachkunde verfüge.