Er besucht das Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde. Da er in Dollenchen wohnt, muss er jeden Tag mit dem Bus zur Schule. Dies stellt für ihn zunächst kein Problem dar, der Rückweg aber dafür schon: "Ich habe jeden Tag um 15.15 Uhr Schulschluss und komme dann mit dem öffentlichen Nahverkehr etwa um 16.30 Uhr zu Hause an", erklärt er. "Jedoch habe ich um 18 Uhr wieder Musikschule in Finsterwalde, an anderen Tagen Fußball-Training in Lichterfeld. Da wird es schwierig, hin- und herzukommen. Ohne die Hilfe meiner Eltern könnte ich oft gar nicht meinen Freizeitaktivitäten nachgehen", sagt Jonas. Und hat deshalb am Projekt "JugendMobil" mitgearbeitet.

Ralf Hoppe von dem Berliner Unternehmen Contextplan hatte sich im Oktober des Jahres 2010 diesem Mobilitätsproblem angenommen. Mithilfe der Schüler des Evangelischen Gymnasiums Doberlug-Kirchhain und des Sängerstadt-Gymnasiums Finsterwalde wurden die Situation analysiert und Lösungswege erarbeitet. Herausgekommen ist die Idee einer Internetseite, auf der Autofahrer der Region ihre Fahrstrecken angeben und sich Interessenten, die dasselbe Fahrtziel haben, als Mitfahrer eintragen können. "Auf www.flinc.org kann adressgenau eine Fahrstrecke angegeben werden, für die sich Mitfahrer eintragen können. Je mehr dabei mitmachen, desto besser kann dem Mobilitätsproblem zu Leibe gerückt werden", ist sich Ralf Hoppe sicher. Besonders der Aspekt der Sicherheit stand bei den Überlegungen im Vordergrund. "Gerade, wenn Minderjährige als Mitfahrer unterwegs sind, muss ihre Sicherheit gewährleistet sein." Deshalb könne sich, ähnlich wie bei der Verkaufsplattform Ebay, jeder Fahrer und jeder Mitfahrer gegenseitig bewerten. "Außerdem kann auf der Seite wie bei Facebook eine Gruppe angelegt werden, auf die nur deren Mitglieder zugreifen können", erklärt Hoppe weiter. So könne eine Gruppe "Sängerstadt-Gymnasium" eingerichtet werden, auf die Lehrer, Eltern und Schüler Zugriff hätten und so gemeinsame Fahrten organisiert werden. "Gerade wenn mehrere Schüler in einen Ort müssen, könnten sie so zum Beispiel mit einem Fahrzeug die Distanz überwinden, gerade dann, wenn kein Bus mehr fährt", so Hoppe.

Auch die Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH steht dem Projekt "JugendMobil" grundsätzlich positiv gegenüber. "Da dabei die Lebensqualität der jungen Menschen verbessert wird, kann ich das Projekt nur gutheißen", erklärt Geschäftsführerin Margitta Zerna-Beck. "Eine Herausforderung wird dabei sein, einen intelligenten Mix der Mobilitätsangebote für die gesamte Bevölkerung durch Vernetzung anzubieten." Dass "JugendMobil" auch für Senioren attraktiv sein kann, die vielleicht zum Einkaufen in die Stadt müssen, steht für Ralf Hoppe fest: "Jeder kann und soll mitmachen und seine Fahrten auf der Internetseite eintragen."

In den nächsten Monaten werden mehrere Informationsveranstaltungen in der Region durchgeführt, um das geförderte Projekt bekannt zu machen. Ralf Hoppe geht davon aus, dass der offizielle Startschuss im Januar, spätestens im Februar erfolge. Die Internetseite ist schon online.

www.flinc.org/

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