„Richtig gemeckert wird nicht“, sagt Eleonore Brzezinski und ist froh, dass es dafür offensichtlich auch keinen Grund gibt. Einziger Kritikpunkt, der von Kurgästen immer wieder angesprochen wird: Der laute Straßenverkehr, die vielen Lkw, die sich durch Bad Liebenwerda quälen. Auch wenn es für die heute Kurenden ein schwacher Trost ist: Die Mitarbeiter im Haus des Gastes können zumindest auf den in Aussicht stehenden Bau der B 183-Ortsumfahrung verweisen.

Wenn es um Lob geht, steht das gepflegte Stadtbild ganz vorn. Der frisch sanierte Lubwart, abends angestrahlt, werde ebenso angesprochen wie der Kurpark und die vor allem im Sommer schön bepflanzten Anlagen, sagt Brzezinski. Als gespendete junge Bäume umgeknickt worden waren, sei auch die Betroffenheit der Gäste zu spüren gewesen.

Besonders freut es Eleonore Brzezinski, dass das Haus des Gastes als Tourismusinformation bei den Besuchern hoch im Kurs steht. „Lobende Worte ernten wir für unsere Öffnungszeiten. Wochentags bis 20 Uhr und an den Wochenenden auch nachmittags – das ist nicht überall so.“

Das Gebäude, das im Vergleich zu anderen Tourismusstellen großzügigen Raum bietet, kommt auch mit seinem Veranstaltungsangebot an. Lesungen, Kabarett, Reiseberichte, Musikabende, Puppentheater, im Sommer die Kurkonzerte vor der Tür – „wir versuchen, eine Vielfalt anzubieten“, sagt die Leiterin des Hauses. Monatlich wechselnde Ausstellungen laden zum Aufenthalt ein. Wer ein Souvenir sucht, stößt auf eine ansprechende Auswahl.

Vor allem wenn die Kurgäste am Wochenende Besuch bekommen, wird die Beratung im Haus des Gastes gern in Anspruch genommen. Informationsmaterial weist auf Sehenswertes in der Region, aber auch in Torgau, Riesa und Berlin hin. Gern werden die F 60 in Lichterfeld, das Schloss Doberlug und die Konzerte in der Bad Liebenwerdaer Nikolaikirche besucht, so die Erfahrung von Eleonore Brzezinski.

In dieser Saison hätten viele Radtouristen die Kurstadt angesteuert, meist als Etappenort einer längeren Tour, berichtet sie weiter. Dann seien Unterkünfte für eine Nacht zu vermitteln und Gaststätten-Tipps zu geben.

Mehr Besucher aus Sachsen

Aufgefallen ist Brzezinski in diesem Jahr die gewachsene Zahl von Tagesausflüglern aus dem sächsischen Raum, auch wenn sie dazu keine Zahlen nennen kann. Im Sommer, aber auch im Herbst hätten vor allem Großeltern mit ihren Enkeln einen Ausflug ins benachbarte Brandenburg unternommen. Oft sei der mit einem Wonnemarbesuch verbunden gewesen. Auch das Naturparkhaus und das Elster-Natoureum in Maasdorf wurden gern besucht.