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Geldversteck unter der Matratze ist keine gute Idee

Einbrecher kennen das "Versteck" unter der Matratze.
Einbrecher kennen das "Versteck" unter der Matratze. FOTO: Fotolia
Stuttgart. Der Spülkasten als Bargelddepot? Den Schmuck in der Kaffeedose? Lieber nicht. Wer seine Wertsachen zu Hause verwahren will, sollte auf Sicherheit setzen. Fantasievolle Verstecke können gefährlich werden. Aleksandra Bakmaz

Anleger haben es derzeit schwer: Zinsen gibt es für das Ersparte kaum und die Alternativen erscheinen vielen als riskant. Wohin also mit dem Geld? Unter das Kopfkissen? Davon rät Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention Stuttgart ab. "Auch skurrile Schlupfwinkel wie Einmachgläser im Küchenschrank oder einzelne Geldscheine in Büchern sind in Diebeskreisen längst bekannt", warnt der Kriminaloberrat. Denn wenn das Geld erstmal weg ist, ist die Wahrscheinlichkeit, es wiederzubekommen gering. "Die bundesweite Aufklärungsquote liegt bei 15,5 Prozent", sagt Schmidt. Aber selbst wenn der Einbruch aufgeklärt wird, kann die Beute nur selten sichergestellt werden.

Bankschließfach mieten

Wer trotzdem größere Mengen Bargeld oder seine Wertsachen sicher aufbewahren will, kann das in einem Bankschließfach tun. Je nach Größe, kostet ein Schließfach pro Jahr 30 Euro. "Die Bank hat keine Kenntnis über die Höhe der Geldsumme und der Wertgegenstände, die sich in dem Fach befinden", erklärt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Weil die Nachfrage nach den Schließfächern hoch ist, sollten Kunden sich rechtzeitig darum bemühen.

Wandtresor im Eigenheim

Eine vergleichsweise sichere Variante für das Aufbewahren von Wertvollem zu Hause ist ein Tresor. Den gibt es zu unterschiedlichen Sicherheitsstufen, Preisen und in verschiedenen Größen sowie Ausführungen. Welche Variante geeignet ist, hängt von der Wohnsituation ab. "Ein Wandtresor kann nicht in jeder Mietwohnung eingebaut werden", erklärt Christian Legermann vom Verband Deutscher Schlüsseldienste Düsseldorf. Dafür seien die Wände oft zu dünn. Der Wandsafe ist im Regelfall einen halben Meter hoch und breit. "Bei diesen Maßen wäre man beim Einbau schon bei den Nachbarn", sagt Legermann.

Ein Wandtresor ist eher für Hausbesitzer geeignet. Um ihn zu installieren, muss ein Loch in die Wand geschlagen werden. Je nach Aufwand, kann der Einbau zwischen 300 und 400 Euro kosten. Den Tresor gibt es ab 300 Euro. "Doch die Montage lohnt sich", betont der Experte. Denn der Wandsafe ist besonders sicher. "Wenn Diebe versuchen, einen Tresor zu knacken, gehen sie meistens von der Rückseite oder von oben an ihn heran - da sind die Wände des Safes am dünnsten", erklärt er. Das ist beim Wandtresor unmöglich.

Der Experte empfiehlt, den Wandtresor an einem versteckten Ort einbauen zu lassen - etwa hinter einem Bild. "Was im Film funktioniert, ist auch im echten Leben umsetzbar", sagt Legermann. Diebe haben meistens nicht genug Zeit, nach einem Safe zu suchen.

Möbeltresor in der Mietwohnung

Wer sein Geld in einer Mietwohnung sicher einschließen will, kann sich einen Möbeltresor anschaffen. Der wird meistens in die Ecke des Kleiderschranks geschraubt. Der Einbau ist dadurch günstiger. "Einen guten Möbeltresor gibt es ab 280 Euro", erklärt Legermann.

Ein wichtiger Faktor für die Sicherheit eines Safes ist das Verschluss-System. Verbraucher haben die Wahl zwischen einem mechanischen und einer elektronischen Zahlenkombination. Außerdem gibt es ein Doppelbart-Sicherheitsschloss mit Schlüssel. "Systeme mit Schlüssel sind die unsicherste Variante, da man sie relativ leicht aufbrechen kann", erklärt der Experte.

Jedes Tresormodell hat eine bestimmte Sicherheitsstufe. Die benötigte Stufe hängt davon ab, wie hoch die Summe ist, die verwahrt wird. Wer das Geld versichert hat, sollte im Vertrag nachlesen, welche Sicherheitsstufe vorgeschrieben ist. Die gängigste Anforderung für einen Tresor ist Sicherheitsstufe B. Darin sind Summen von 40 000 bis 80 000 Euro versichert.