Sie haben miterlebt, wie die ehemalige NVA-Siedlung von eine Sandwüste zu einem grünen Idyll wurde. Doch jetzt wird das Grün zerstört.

Es ist eine gepflegte Siedlung, zwischen den hübsch sanierten zweistöckigen Häusern ragen Birken, Kiefern und mächtige Koniferen empor. Gepflanzt wurden diese Bäume von den ersten Mietern der damaligen NVA-Siedlung.

Doch in den vergangenen zwei Jahren wurden immer mehr Bäume gefällt. „Ohne, das man uns gesagt hat, was diese Fällungen für einen Sinn machen“, empört sich Rentner Rudolf Blumisch. Besonders geärgert hat er sich über eine – in seinen Augen willkürliche – Maßnahme des Kundenbetreuers. „Seit etwa zwei Jahren wohnen Mieter bei und im Haus, die sich über den Efeu an der Fassade beschweren“, so der Pflanzenfreund. Während der Blütezeit im September würde der Efeu zu viele lästige Insekten anlocken, so das Argument der Grüngegner. „Dabei blüht der Efeu nur drei Wochen, den Rest des Jahres ist Ruhe“, beteuert Renate Blumisch. Immer wieder haben sie und ihr Mann den 40 Jahre alten Efeu beschnitten und nach Kompromissen mit Hauseigentümer und Nachbarn gesucht, um die Pflanze zu retten. „Als wir dann nach einer Woche Urlaub wieder zurückkehrten, war der Efeu gekappt“, so Blumisch. Eine Sprecherin der Wohnungsgesellschaft Berlin-Brandenburg bestätigt den Vorfall. „Tatsächlich wurde der Efeu gekappt, weil sich Mieter durch Insekten belästigt fühlten.“ Diese Maßnahme sei, wie auch die übrigen Arbeiten im Grünbereich, mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Zum Trost bietet die Wohnungsgesellschaft den Blumischs an, ein kleines Stück Vorgarten pflegen zu dürfen. Doch das machen Renate und Rudolf Blumisch ohnehin seit 50 Jahren.