Bereits im vergangenen Amtsausschuss wurden die Mitglieder über die Prognosen für die Schülerzahlen informiert. Deren Aussage ist klar: Schon im kommenden Jahr droht die Gefahr, dass in Groß Schacksdorf und Wadelsdorf nicht mehr eingeschult wird, weil der Mindestwert von 15 Schülern nicht erreicht wird.

In einem nächsten Schritt hat nun der Bildungsbeirat, in dem Vertreter der Schulen, der betroffenen Gemeinden und des Amtes sitzen, mögliche Varianten zur Lösung des Problems diskutiert. „Die Debatte verlief sehr sachlich und zielorientiert“, lobt Amtsdirektor Günther Quander (parteilos). Ähnlich erhofft er es sich auch für den weiteren Prozess.

Variante 1 sieht eine Änderung der Schulbezirke zugunsten von Schacksdorf und Wadelsdorf vor. So könnten zumindest kurzfristig beide Standorte gesichert werden – zu Lasten von Döbern. Mittelfristig wird das Problem dadurch aber vertagt, durch die Schwächung von Döbern möglicherweise gar verschlimmert.

Varianten 2 und 3 sehen jeweils die Schließung einer kleinen Schule und die Stärkung der anderen vor. Beide Varianten wurden vom Bildungsbeirat nicht weiter verfolgt.

Variante 4 sieht die Zentralisierung des Grundschulbetriebs in Döbern vor. Dies würde das Aus für die Schulen in Schacksdorf und Wadelsdorf bedeuten. Dennoch hat sich der Bildungsbeirat mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen. Offen ist allerdings, wie die Döberner Grundschule alle Schüler aufnehmen soll. Mehrere Möglichkeiten wurden dafür diskutiert. Ein Ausbau des bisherigen Gebäudes ist nur begrenzt möglich, würde in jedem Fall zulasten der Außenflächen gehen. Diskutiert wurde auch eine Aufteilung des Schulbetriebs, der zum Teil in den Räumen der Oberschule stattfinden könnte. Das hätte aber zur Folge, dass die Oberschule nur noch 2-zügig geführt werden kann.

Von Pädagogen und Verwaltung favorisiert wird ein Neubau. Amtsdirektor Quander spricht von einem integrierten Standort mit der neuen Kita, der zu bauenden Grundschule und der Oberschule in unmittelbarer Nachbarschaft. „Das wäre eine echte Stärkung des Standortes und könnte langfristig auch die Oberschule in Döbern sichern“, so Quander. Mit einer attraktiven, baulich und inhaltlich modernen neuen Grundschule könnte auch einem weiteren Risiko begegnet werden: Durch die Konzentration der Grundschulen drohen Schüler aus den Randbezirken des Amtes nach Forst oder Spremberg abzuwandern.

Pläne für einen möglichen Neubau in Döbern gibt es bisher nicht. „Das sind nur Gedankenspiele. Wir wollen zunächst einmal abwarten, wie sich der Amtsausschuss positioniert“, erklärt Quander. Fest steht aber, dass eine neue Schule Kosten im Millionenbereich verursacht, die Döbern alleine nicht wird stemmen können.

Zum Thema:

Zum Thema25 Schüler sollte ein Klasse laut Vorgaben des Gesetzgebers in Brandenburg haben. Der Mindestwert liegt bei 15 Kindern. Bei weniger Schülern lehnt das Schulamt eine Einschulung ab. Die Prognosen sehen für Wadelsdorf 2012 elf Kinder vor, 2013 nur noch neun. In Groß Schacksdorf sind es 26 beziehungsweise 24. In den Vorjahren war es aber gerade im Schulbezirk Groß Schacksdorf so, dass etwa ein Drittel der möglichen Einschulungskinder die private Evangelische Grundschule in Groß Kölzig vorzieht.