Demnach war in 53 von 207 untersuchten Produkten fast genauso viel Schweine- wie Geflügelfleisch enthalten – obwohl „Geflügel“, „Pute“ oder „Truthahn“ auf dem Etikett stand. In immerhin 105 Produkten war tatsächlich nur Geflügelfleisch verarbeitet.

Die „Purland Geflügelfleisch-Leberwurst“ besteht laut Stiftung Warentest sogar nur zu 20 Prozent aus Putenfleisch. Den Rest machen 46 Prozent Schweinefleisch, 22 Prozent Schweineleber und außerdem noch Speck aus. Die „Wiltmann Geflügel-Leberwurst“ enthält nur 26 Prozent Truthahn, dafür aber 31 Prozent Schweineleber und 20 Prozent sonstiges Schweinefleisch.

Formal sind Zugaben von Schweine- oder Rindfleisch zu Geflügelwurst korrekt. Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches wird unter Fleisch oder Wurst ohne einen besonderen Hinweis immer Fleisch vom Rind oder Schwein verstanden. Verwenden Hersteller auch Fleisch anderer Tierarten, wird dies üblicherweise auf dem Etikett angegeben. Das bedeutet aber nicht, dass kein Schweine- oder Rindfleisch verarbeitet wurde. Lediglich „reine Geflügelwurst“ darf nur aus Geflügel bestehen.

Die Stiftung Warentest kritisierte unklare oder schwer lesbare Kennzeichnungen als verbraucherfeindlich. Häufig seien auf der Packung nur Hühner oder Truthähne abgebildet, Fremdzutaten im Kleingedruckten oder in der Zutatenliste versteckt. Viele Verbraucher gingen daher fälschlich davon aus, dass Geflügelwurst eben nur Geflügel enthalten würde.